Datenschutz und Impressum

Wie im Kleinen, so im Großen

ZDF Dreiteiler, in der Mediathek und ab 9.03. im Fernsehen
Es ist selten, dass eine Romanverfilmung glückt. Doch hier ist es gelungen. „Unterleuten“ von Juli Zeh habe ich bereits vor Jahren gelesen und nun war es wie ein déjà vue: Die meisten der Szenen, waren exakt so, wie ich sie beim Lesen vor meinem inneren Auge erlebt hatte. Selbst die Auswahl der bis in die kleinste Rolle hervorragenden SchauspielerInnen stimmte. Unterleuten geht unter die Haut. Es ist ein Gesellschaftspsychogramm, das aufdeckt, wie Menschen ticken, wenn sie sich bedroht fühlen. Erschreckend ist es, wie schnell ihnen das Leben aus den Händen gleitet, wie wenig selbstbestimmt und ihren Werten entsprechend sie handeln und leben können, wenn Gier, Macht und Gerüchte die Oberhand nehmen.
Die vielen unterschiedlichen Romanfiguren sind wie aus dem Leben gegriffen. Jeder kann sich selbst oder einen Nachbarn wiedererkennen, vielleicht etwas überzeichnet, aber auf beunruhigende Art realistisch. Unterleuten zeigt, wie unsere Gesellschaft tickt, denn wie im Kleinen läuft es auch im Großen. Die kleine Politik des Dorfbürgermeisters mag sich nicht wesentlich von der großen Politik unterscheiden. Woraus man den Schluss ziehen kann: Im Großen können wir als Einzelne wenig verändern, doch im nahen Umfeld ist es möglich. Ich verrate nicht, wie es in Unterleuten ausgeht. Aber man kommt nicht umhin, darüber nachzudenken, was man selbst in seinem Umfeld tun kann, um Vorurteilen, Gerüchten, Übertreibungen, Gruppenzwang, Gier und Egoismus keinen Raum zu geben.