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Selbstwertschätzung - wir setzen selber das Maß


Ich schreibe nicht mehr so oft im Blog, weil bei fast tausend Einträgen jedes Thema schon einmal angesprochen wurde. So auch dieses.

Liebe Frauen!
Eure Arbeit ist etwas wert. Ihr wisst es. Dennoch kommt es immernoch vor, dass Leistungen von Frauen wenig oder gar nicht honoriert werden, oft nicht einmal erwähnt oder gesehen werden. Wenn Andrea Nahles betreffend des bedingungslosen Grundeinkommens verkündet, niemand wird für Nichtstun bezahlt, so kann ich nur laut rufen: Ich kenne niemanden, der nichts tut, aber ich kenne jede Menge Frauen, die viel tun, aber geringfügig bis gar nicht dafür bezahlt werden.
Nun erreicht mich heute eine Anfrage, als Referentin bei einer Großveranstaltung für Frauen mitzuwirken. Erwartet werden bis zu 1500 Teilnehmerinnen. Vorträge und Workshops sollen anspruchsvoll sein, die Besucherinnen sollen konkret etwas mitnehmen können.
Wunderbar, denke ich. Tolle Sache.
Ihr ahnt es, was nun kommt: Es gibt kein Honorar. An vier Tagen soll etwas angeboten werden, das professionell sein soll, und es gibt kein Honorar. Man solle auch keine Werbung für sich machen. Dafür hätte man aber freien Eintritt für alle sonstigen Angebote. Ob man das Ganze noch sponsorieren möchte? Oder Kuchen backen und beim Kaffeeausschank helfen wolle?
Frauen fragen Frauen, ob sie umsonst Spitzenleistungen bringen möchten. Wo befinden wir uns??? Im Kindergarten? Das Ganze soll  wenig Eintritt kosten. Ja, weil Frauen haben ja auch so wenig Geld.
Wann hört das auf? Wann begreift ihr endlich, dass etwas Gutes, Anspruchsvolles, Hochwertiges seinen Preis hat? Dass wir nur dann angemessen bezahlt werden, wenn wir bereit sind, selbst zu zahlen und nicht wie Kinder auf eine Ermäßigung oder gar freien Eintritt hoffen.
Wann nehmt ihr euch selber ernst?

Eines meiner wichtigsten Themen in meiner Arbeit ist es, Frauen Selbstwertschätzung für das, was sie leisten, beizubringen. Viel zu viele arbeiten noch immer für ein geringes oder gar kein Einkommen. Selbständige Frauen arbeiten oft umsonst, in der Hoffnung auf den großen Auftrag danach. Welcher Mann macht das??? Also bitte, fragt mich nicht an, ob ich bei einer Großveranstaltung für Frauen GRATIS einen Workshop gebe und dabei auch noch KEINE Werbung machen darf. Ich könnte ja nicht mehr in den Spiegel schauen.

Nachtrag: Nun hat sogar DIE ZEIT das Thema aufgenommen. Ich werde jedem, der mich für eine Gratisleistung oder für eine weit unterbezahlte Leistung anschreibt, diesen Artikel zusenden: klick

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