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Slow-Dating - Was ist denn das??


Es war heute ein aufregender Tag. Ich durfte mein neues Projekt vorstellen, das "Slow-Dating". Mitten in der Oberschwabenschau, auf der Bühne zusammen mit dem herzerfrischenden, humorvollen Moderator Nick Herb sprachen wir über das lebendige Miteinander, ließen einige der ZuschauerInnen live erleben, was es heißt, sich wirklich in die Augen zu sehen. 
Was also ist Slow-Dating? 
Sicher kennen manche von euch das Speed-Dating. Da lernt man im 5-MinutenTakt Menschen kennen, bzw. man hat gerade mal dazu Zeit, sie abzutaxieren und abzuhaken, ob jemand zu einem passen könnte. – Ähnlich wie bei einem Produkt, das wir kaufen möchten. 
Beim Slow-Dating lassen wir uns Zeit. Wir kommen in ein echtes Gespräch. Ihr habt sicher auch schon von Slow-Food gehört. Diesen Begriff nutzen Feinschmecker, die mit Bedacht und Ruhe die biologischen, regionalen, naturbelassenen Nahrungsmittel zubereiten und in Ruhe genießen. 
Mir geht es beim Slow-Dating um eine Gesprächs- und Beziehungskultur, die von Wertschätzung und Interesse geprägt ist, damit wir uns tatsächlich kennenlernen können und nicht voreilige Schlüsse und Bewertungen heranziehen. 
Einem Menschen zu begegnen kann inspirierend und sehr lebendig sein, kann uns nachdenklich stimmen oder berühren. Date bedeutet ja Verabredung. Beim Slow-Dating dürfen wir uns also auf eine Verabredung freuen, für die wir uns Zeit nehmen. 
Das Zeitgefühl ist ja so eine Sache. Mit zunehmendem Alter meinen wir, die Zeit verginge schneller. Ich habe dazu eine These. Die Zeit geht vermeintlich schneller, weil wir in ein kleines Zeitfenster möglichst viel hineinpacken wollen. Je älter wir werden, desto mehr. Arbeit, Ausflüge, Rundreisen sind genau auf das angelegt und oft sogar unsere Verabredungen. Doch gibt es auch die Erfahrung, dass wir uns einen Waldspaziergang gönnen, nur eine halbe Stunde, und hinterher das Gefühl haben, es sei ein halber Tag gewesen. Hier wurde die Zeit länger empfunden, als sie war, genauso wie wir es schon als Kind erlebten. Es ist das Auskosten und Genießen, das sinnliche Erleben und die Intensität des Augenblicks, was unsere Zeit verlängert. Im Slow-Dating möchte ich die Menschen Begegnung und Beziehung spüren lassen, sich Zeit zu nehmen, wirklich den anderen zu sehen und wahrzunehmen und eine Kommunikation der Wertschätzung zu pflegen. Tatsächlich glaube ich, dass die beste Altersvorsorge immernoch die Beziehungsfähigkeit ist. Denn wenn wir beziehungsfähig bleiben, können wir uns zusammentun und unsere Ressourcen teilen, ob es materielle oder immaterielle sind.

Die heutige Präsentation mit einer kleinen improvisierten Performance, an der ganz wunderbare Menschen aus dem Publikum teilnahmen, war ein Vorgeschmack auf den Workshop, der im Februar stattfinden soll. Dann aber in einer geschlossenen Runde mit vielen Übungen, Anregungen und natürlich Live-Begegnungen, die uns inspirieren können.
Ich freue mich darauf!