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Die Krone des Lebens


Vor einigen Wochen ist meine Mutter verstorben. Wenn man wie ich 57 Jahre alt ist, häufen sich die Todesfälle im privaten Umfeld und es scheint dann etwas ganz Normales zu sein, dass da eben eine Mutter stirbt, die ja sicher schon alt war, ihr Leben gelebt hat.
Zum Einen: Meine Mutter war nicht alt. Zum Andern: Der Tod scheint immer zu früh zu kommen. Es tut weh, einen Menschen sterben zu sehen, Abschied zu nehmen und zu wissen, dieses Leben ist zu Ende gelebt, es gibt kein zurück. Und die Wehmut, dass man nichts hätte anders machen können in der Beziehung mit dem verstorbenen Menschen, weil das Leben und die Umstände eben waren wie sie waren. In meiner Trauer bin ich dabei, es also anzunehmen wie es war und wie es ist.

Erstaunlich, wieviele Menschen auf die Nachricht vom Tod meiner Mutter mit: "Ach, ist sie friedlich eingeschlafen", reagiert haben. Wie kommen sie darauf? "Nein", antworte ich, worauf dann fast stereotyp kommt: "Ach, konnte sie nicht loslassen?" 

Offenbar ist unsere Idealvorstellung vom Sterben die, dass wir friedlich einschlafen, loslassen können, um endlich in Gottes sanften Schoß zu fallen. Dabei ist nicht einmal Jesus sanft eingeschlafen. Ja, sogar Zweifel packten ihn: "Mein Gott, warum hast du mich verlassen?" Obwohl er doch um sein Schicksal wusste, konnte auch er nicht einfach so loslassen. Er demonstrierte uns ein zutiefst menschliches Sterben. Als menschliche Wesen hängen wir an unserem Leben bis zum letzten Atemzug und egal wieviele Bürden, Schmerzen, Hindernisse wir erleben mussten, ist es uns doch ein Geschenk, dieses kostbare Leben, in dem wir lernten zu lieben, zu trauern, zu leiden und hoffen.

Die Wochen an der Seite meiner sterbenden Mutter lehrten mich, was es bedeutet, das Leben zu beenden. Ich bin "mitgestorben" und weiß nun, dass es keine Vorbereitung gibt auf dieses Ende. Wir werden im Sterben keine Kontrolle haben und haben sie, so glaube ich nun, auch nicht im Leben. Einzig unsere innere Haltung kann helfen, dem was geschieht, mit Würde zu begegnen. 

Uns selbst auszuhalten, oder besser, uns selbst in unserer menschlichen Unperfektheit zu verzeihen, annehmen zu können, dass wir in vielen Dingen nicht das Optimale leben und erreichen können, scheint mir die "Krone des Lebens" zu sein. Nur so werden wir innerlich frei, um unsere Liebe spüren und ihr folgen zu können.

Freiheit die ich meine





Was ist für dich Freiheit?, wurde ich neulich gefragt. Ich behaupte mal, Freiheit gibt es im Außen nicht. Sie ist eine Illusion, denn schon der Körper setzt uns Grenzen und das Leben im Miteinander lehrt, dass des einen Freiheit, des anderen Einschränkung sein kann.
Im Traum kommt es manchmal vor, dass wir unserer Sehnsucht nach Freiheit recht nahe kommen: Wenn man fliegen kann, durch Wände gehen kann, in Sekundenschnelle den Schauplatz ändern kann. Wenn man gefressen wird, aber gleich danach wieder putzmunter auf einem Pferd davonreitet. Solche Träume habe ich manchmal. Im Traum kann ich Opern singen und Schlittschuhfahren.
Frei sind wir also nur im immateriellen Raum. Dieser Raum lässt sich nicht kaufen. Es sind unsere Gedanken, Träume, Fantasien. Leicht schweben sie durch das Universum und lassen sich nicht einfangen.
Was würde geschehen, wenn alle Menschen begreifen würden, dass Freiheit kein Geld braucht, keine Materie?

 

Einzelstunden für Atem, Stimme, Sprechen jetzt auch online


Ab Januar biete ich meine Einzelstunden für Atem, Stimme, Sprechen auch online an.


Gerade für Videobotschaften, Videoworkshops, Vorträge und Gespräche, die momentan nur online geführt werden können, kann dieses Coaching besonders wertvoll sein. 
Du lernst, was du beachten musst, damit du auch in diesem Medium den zwischenmenschlichen Resonanzraum erfahren und für deine Zuschauer eröffnen kannst. Zudem helfen dir Atemübungen, Stimmführung und Feinwahrnehmung ein besseres Bewusstsein für dein Anliegen zu bekommen, sodass du klar und offen für dein Gegenüber bist. Interessiert? 
Dann melde dich bei mir. 
Kosten: 1 Stunde 60 €, 4 Einzelstunden im Block gebucht 220 € 
Es ist nicht notwendig, dass du einen eigenen Zoom oder Skype Account hast. Videokamera und Mikro genügen, damit wir uns treffen können. :-)

Einen schönen 4. Advent

 


mögen wir alle besinnliche und friedliche Tage haben

Mein Unwort des Jahres: Maske

 


Maske: vor dem Gesicht getragene, das Gesicht einer bestimmten Figur, einen bestimmten Gesichtsausdruck darstellende [steife] Form aus Pappe, Leder, Holz o. Ä. als Requisit des Theaters, Tanzes, der Magie (Quelle: Duden)

Letzte Nacht träumte ich mal wieder vom Theater. Ich musste in die "Maske". Das ist der Ort, wo der Maskenbildner mich komplett verwandelt. Ich bekomme eine Perücke aufgesetzt, mein Gesicht wird geschminkt, manchmal wird etwas aufgeklebt, zum Beispiel eine Wunde aus Silikon, ein Muttermal, künstliche Augenbrauen, ein Bart usw. Es gab auch Zeiten, da trugen wir Gesichtsmasken, aus Holz oder Pappe oder gar einen Tierkopf. Mein ganzer Körper steckte mal in einem Bären.
Eine Maske verwandelt uns. Eine Maske im Karneval versteckt unsere wahre Persönlichkeit. Sie kann bedrohlich wirken oder Spaß machen, uns zum Lachen bringen oder das Fürchten lehren.

Im Jahr 2020 wird das Wort "Maske" öfter ausgesprochen, als in Jahrzehnten zuvor zusammen. Es ist die Abkürzung für etwas, das völlig an der Bedeutung einer Maske vorbei geht und dennoch mit ihr gleichgesetzt wird. Was wir eigentlich tragen sollten ist keine Maske, sondern einen Mund -Nasenschutz.
Dieser Mund- Nasenschutz dient einzig und allein dem Zweck, andere Personen vor den Aerosolen beim Sprechen, sowie Niesern und Hustern, die man auswirft, zu schützen, da wir derzeit eine erhöhte Infektionsgefahr haben.
Warum sagen wir "Maske" dazu und nicht "Schutz"? Was würde es ändern, wenn wir nur noch Schutz sagten (da uns das Wort Mund -Nasenschutz zu lang ist)?