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Gib deiner Stimme wieder eine Chance


Was mir auffällt: Die Coronazeit verändert unsere Stimmen. Ich höre, wie ehemals klare Sprechstimmen verhaltener klingen, einige Töne mehr "gequetscht" hervorkommen. Bei manchen hat sich ein weinerlicher Klang eingeschlichen, ohne dass es bewusst ist.
Das Bedenkliche daran ist, dass solche Angewohnheiten bleiben können, auch wenn wir die Krise überstanden haben. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns darüber bewusst werden und so etwas wie eine "professionelle Stimmreinigung" machen. Ich möchte dafür Online-Einzelstunden anbieten, zum kleinen, erschwinglichen Preis (35 €/ 45 min.). Du lernst, wie du deine Sprechstimme von Unreinheiten befreist und beim Sprechen wieder in Klarheit und Wohlgefühl kommst. Melde dich noch heute bei mir. Ich freue mich. Anmeldung und Info hier
Gib deiner Stimmer wieder eine Chance!

Wer lieber einen Kurs belegen möchte, kann dies auch tun. Im März gebe ich über Zoom an vier Abenden wöchentlich dazu die Gelegenheit. Info und Anmeldung hier

Das Gute ist oft so nah




Nun hat ein neues Jahr begonnen. Was vor mir liegt ist für mich wie ein unbeschriebenes Blatt Papier. Es gibt so gut wie keine Pläne, und wenn, dann vage und eher als eine Möglichkeit. Wir werden aus dieser Pandemie vermutlich noch lange nicht rauskommen, da es zu wenig Zusammenhalt gibt. 
Die einen haben Angst vor Corona, die anderen Angst vor einer Impfung und die dritten haben Angst vor Fremdbestimmung. Frei ist, wer vor keinem dieser Punkte Angst hat.
Sich aus Solidarität den Bestimmungen zu beugen, die eine Regierung beschlossen hat (eine Regierung, die ich selbst gewählt habe) ist für mich selbstverständlich.
Das Reisen fehlt mir, das muss ich zugeben. Aber nun habe ich begonnen, die nahe Umgebung neu zu entdecken. Im Internet fand ich die Koordinaten zu einer 450 Jahre alten Eiche, 33 Meter hoch, sieben Meter Umfang, ganz in meiner Nähe, zu Fuss erreichbar. Das Naturdenkmal ist nicht ausgeschrieben, es finden sich keine Wegweiser. Ich musste durch den Wald stapfen und fand - nichts. Drei Anläufe habe ich unternommen, einen mit meinem Mann, der sich durch dorniges Unterholz kämpfte, bis seine Nase blutete. 
Erst beim dritten Anlauf stand ich dann plötzlich vor ihr, gar nicht weit von dort, wo wir gesucht hatten, aber wie es manchmal so ist: Man sah den Baum vor lauter Wald nicht!
Welch eine imposante Erscheinung, was für ein magischer Moment. Eine einzigartige Stimmung. Ich vermute, diese alte Eiche bekommt nicht sehr oft Menschenbesuch, und das macht den Ort umso unberührter.
Manchmal muss man gar nicht weit reisen, um etwas ganz und gar Wunderbares zu erleben. Vielleicht will Corona uns das auch lehren.
Wie wäre es, wenn du heute versuchst, auf Entdeckungsreise in deiner unmittelbaren Umgebung zu gehen?

 

Adventskalender

Ich bin dabei, einen Adventskalender zu erstellen. Ab 1.12. jeden Tag ein Audio- Türchen öffnen, und zwar hier:  https://adventskalender21.blogspot.com/

Viel Vergnügen, ich freue mich über Rückmeldungen ;-)

Als Frau K. ihr inneres Kind suchen sollte

Frau K. fand es schwierig, sich an ihre Kindheit zu erinnern, oder gar ein inneres Kind in sich zu finden, denn Frau K. war bereits als Frau K. auf die Welt gekommen. Sie hatte sich schon sehr früh für Erwachsenendinge interessiert und fand es empörend, dass man sie zeitweise ausschloss, weil sie noch „zu klein“ sei. Kurzerhand hatte sie sich dann einen Schemel geholt, ihn vor die verschlossene Tür gestellt und durch das Schlüsselloch gestarrt. 
Man nannte Frau K. damals auch „Das Auge“, weil sie die Erwachsenen mit scharfen Blicken verfolgte und sie zurechtwies, wenn etwas nicht ordnungsgemäß verlief. Schriftliche Überlieferungen belegen, dass es Frau K. war, die im zarten Alter von 2 Jahren eine heimliche Affäre aufdeckte. Als man sie fragte, ob sie einen schönen Nachmittag mit ihrer Babysitterin Elsa verbracht habe, hatte die kleine Frau K. eifrig genickt und gesagt: „Der Herr Neger war auch da!“ Herr Jäger wohnte im Nachbarort, war verheiratet und ein Freund der Familie. „Er hat Elsa ein Küsschen gegeben, aber nicht auf die Backe. Auf den Mund!“ so berichtete die kleine Frau K. Dabei blickte sie keineswegs unschuldig drein, sondern mit moralisch hochgezogenen Augenbrauen. 

Dass sie einen Kindergarten besuchen sollte, konnte sie nur akzeptieren, weil sie sich selbst als Aufsichtsperson verstand. Frau K. konnte bereits mit 5 Jahren sehr streng mit Erwachsenen, also ihresgleichen, sein, wohingegen sie bei den Kindern alles durchgehen ließ und sie beschützte und notfalls sogar mit einem Wutanfall und heftigem Bodenstampfen Gerechtigkeit einforderte. 
Frau K. sah sich von Geburt an in der Verantwortung. Die Erwachsenen fürchteten diese kleine Frau K., die mit nichts hinterm Berg hielt. Sie äußerte ganz unverblümt, wenn jemand Mundgeruch hatte oder dummes Zeug quatschte. „Nimm deine Pfoten weg und geh zu deiner Arbeit!“, sagte sie mit strengem Tonfall zu einem Onkel, der dabei war, Frau K.´s Bruder das Daumenlutschen abzugewöhnen, indem er ihm Senf auf die Finger streichen wollte. 
Frau K. sorgte für Ordnung, weil es die sogenannten Erwachsenen nicht taten. Es war mühsam, aber befriedigend. 
Frau K. hatte deshalb beim besten Willen keine Zeit, Kind zu sein oder eines in sich zu suchen.

Und welche Pläne haben Sie?


 "Und welche Pläne haben Sie?" wurde Frau K. neulich während einer Online-Veranstaltung gefragt.
Frau K. runzelte die Stirn. Sie hatte keine Ahnung, was auf sie zukommen würde. Alle sprachen von Neuanfang, von Erwachen, von der großen Transformation, von der neuen Zeit, dem neuen Menschen. Frau K. hatte nicht den geringsten Schimmer. Sie hatte niemals Pläne gehabt und würde auch jetzt keine machen. 
Als neulich jemand von einer Versicherung anrief und fragte, ob sie sich schon um ihre Altersvorsorge gekümmert habe, sagte Frau K. nur: "Wozu?" Denn wer sollte wissen, ob sie überhaupt alt werden würde?
Frau K. wollte weder eine Patientenverfügung noch hatte sie Lust ihre Trauerfeier zu planen. Sie lebte in den Tag hinein und ließ den lieben Gott eine gute Frau sein. Frau K. lebte nach dem Motto: "Spare in der Zeit nicht, dann hast du zwar nichts in der Not, aber du hast es wenigstens in der Zeit gehabt."
Die besten Dinge im Leben waren ihr sowieso stets vor die Füße geworfen worden. Wie damals in Klagenfurt, als sie auf einem Waldweg 10.000 Euro gefunden hatte. Frau K. hatte es zwar, ehrlich wie sie nun mal war, dem rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben, aber 500 Euro Finderlohn waren allemal für sie herausgesprungen, womit sie die Rechnung im Hotel "Wunder" bezahlen konnte.
Nein, Pläne machen war ihre Sache nicht. Von Neuanfängen ganz zu schweigen, denn sie war froh, sich den Dingen die da kamen überlassen zu können. Es gruselte sie, sich auch nur irgendetwas Neues vorzustellen.
Kam es dann unverhofft dennoch auf sie zu, öffnete sie erfreut ihr Herz. Denn neugierig war sie allemal, die Frau K.

Kein Wunder, dass der Himmel weint



Ja, ich glaube an Gott. Nicht gerade daran, dass da oben ein älterer Herr mit weißem Bart gütig auf mich runter schaut. Aber ich glaube an die göttliche Kraft, die mir begegnet in allem was gütig und hilfreich ist. Und ich glaube daran, dass diese Kraft so unfassbar groß ist, dass wir Menschen sie kaum begreifen können und uns deshalb Bilder suchen, die diese Kraft wenigstens andeutungsweise einfangen.
Und so stelle ich mir vor, dass diese göttliche Kraft uns Menschen diese Welt zur Verfügung gestellt hat, um uns in Eigenverantwortlichkeit und Liebe zu üben.
Das gelingt uns leider oft nicht gut. Dann bietet diese göttliche Kraft Hilfen an.
Sicher kennen einige von euch diese Geschichte:

Ein gläubiger Mensch rettet sich während einer riesigen Überschwemmung auf das Dach seines Hauses. Die Fluten steigen und steigen. Eine Rettungsmannschaft kommt in einem Boot vorbei und bietet an, ihn mitzunehmen. „Nein, danke“, sagt er, „Gott wird mich retten.“ Die Nacht bricht an, und das Wasser steigt weiter. Der Mann klettert auf den Schornstein. Wieder kommt ein Boot vorbei, und die Helfer rufen: „Steig ein!“ – „Nein, danke“, erwidert der Mann nur. „Gott wird mich retten.“ Schließlich kommt ein Hubschrauber. Die Besatzung sieht ihn im Scheinwerferlicht auf dem Schornstein sitzen, das Wasser bis zum Kinn. „Nehmen Sie die Strickleiter“, ruft einer der Männer. „Nein, danke“, antwortet der Mann, „Gott wird mich retten.“ Das Wasser steigt weiter, und der Mann ertrinkt. 
Als er in den Himmel kommt, beschwert er sich bei Gott: „Mein Leben lang habe ich treu an Dich geglaubt. Warum hast Du mich nicht gerettet?“ Gott sieht ihn erstaunt an: „Ich habe dir zwei Boote und einen Hubschrauber geschickt. Worauf hast Du gewartet?“

Gott kann sich uns eben mit seinen Wundern nur zeigen, indem er ganz profan das nutzt, was für uns sichtbar und erkennbar ist. Dass wir es dann trotzdem nicht sehen wollen, ist schlicht Dummheit. Kein Wunder, dass der Himmel weint.