Dem Fluß des Lebens folgen



Zum Ende des letzten Jahres habe ich mir vorgenommen, nichts und niemandem mehr hinterherzurennen. Vielmehr möchte ich aufmerksam werden auf das, was auf mich zukommt, einfach so. Und tatsächlich machen sich die ersten Zeichen bemerkbar. Ein wenig aufregend ist es schon, wenn du die Kontrolle aufgibst und wartest, was das Leben dir schenkt. Dieses "Geschenk" kann nämlich eine Herausforderung sein, die dich aus deiner Gemütlichkeit, aus deinem eingeschliffenen Leben heraushebt.
Das war unter anderem auch ein Thema im letzten Kurs, der im Übrigen ganz ohne Anstrengung zustande gekommen war. Wir machten uns bewusst, dass das Leben aus Zyklen besteht. Und weil dem so ist, bietet es uns die schönsten Gelegenheiten, uns unserem Zyklus gemäß zu entwickeln. Es gilt nur, diese Gelegenheiten, diese Geschenke, zu erkennen,wahrzunehmen und anzunehmen.
Dazu ist es wichtig, sich bewusst zu machen, wo du stehst. Wir betrachteten das letzte Jahr, unsere schönen und schwierigen Momente, dann unsere Bedürfnisse jetzt. Es ist immer wieder spannend, zu sehen, dass wir im Körper und in unseren Bewegungen Antworten finden.
Bekanntlich wissen wir meistens genau, was wir nicht wollen. Die feine Körperwahrnehmung jedoch zeigt genau auf, was wir wollen. In diesem Moment des intensiven Spürens, wird eine Resonanzkraft frei, die genau das anzieht, was wir wirklich brauchen.
Für manche von uns ist es ein überwältigendes Erlebnis. Denn oft handelt es sich um bisher verdrängte Bedürfnisse, Dinge, die der Kopf weggedrückt hat, weil wir doch dafür im Leben keine Zeit, kein Geld, keinen Raum haben. Doch das sind nur Ausflüchte. Ich bin überzeugt, wenn wir es wagen, dem Ruf zu folgen, und uns dem Fluß des Lebens anvertrauen, dann wird alles, was wir dazu brauchen da sein. Es ist einzig unser Mut gefragt und das Loslassen von festgefahrenen Vorstellungen, die meist nur unserer Bequemlichkeit dienen, jedoch nichts mit dem wahrhaftigen Glück zu tun haben.
Wir leben in einer Zeit der oberflächlichen Mitteilungssucht und Meinungsäußerung. Ich finde es erschreckend, wie wenig echte Meinungen es tatsächlich gibt und wie die meisten Menschen sich einfach anschließen und dies im Internet teilen. Das Formulieren eigener Gedanken und Gefühle geht vielen abhanden und verliert sich in Allgemeinplätzen. Es wird zitiert und zitiert. Somit entfremden wir uns immer mehr unserem inneren Kern. Ich beobachte, dass das Spuren hinterlässt in den Körpern und in der Psyche. Wo bist du? Was willst du? Wo ist dein Platz?
Die Kraft der Verbundenheit finden wir nur in uns selbst und im schöpferischen Miteinander von Mensch zu Mensch.