Meine schmerzhaften Grenzen


Manchmal geht es einfach nicht. Obwohl ich mich seit vielen Jahren mit Kommunikation beschäftige und von mir denke, dass ich auf die unterschiedlichsten Menschen eingehen kann, offen bin, Toleranz als etwas Selbstverständliches sehe, scheitere ich bei manchen Begegnungen kläglich. Jetzt könnte man meinen, das sind möglicherweise Menschen, die extreme Meinungen vertreten, aber das ist es nicht. Es gibt einfach hin und wieder Menschen, mit denen ich aus unerfindlichen Gründen keine gemeinsame Sprache finde - obwohl wir doch dieselbe Sprache sprechen.
In nahen Beziehungen kommen ja auch oft Auseinandersetzungen vor, die sich als Herausforderung stellen, weil man plötzlich denkt, den Menschen, den man liebt, gar nicht mehr zu kennen. Aber in diesen Fällen gibt es (zumindest bei mir) immer ein Happy End, denn Liebe verbindet auch die größten Unterschiede.
Nur kann man ja nicht jeden Menschen lieben. Man kann vielleicht eine Liebe für die Menschen allgemein haben, aber im Einzelnen wird es mitunter schwierig. Ich möchte eigentlich Harmonie, möchte verstanden werden, einfach angenommen werden und verhalte mich zickig oder unnötig bockig, wenn ich mich vom Gegenüber nicht angenommen fühle. Dabei will vermutlich der Andere auch nichts weiter, als Verständnis und Angenommensein. Ich müsste ihm also nur entgegen kommen. Aber es will mir einfach nicht gelingen. 
Woran liegt es? Ich grüble. Es hat vermutlich überhaupt nichts mit der Person des Gegenübers zu tun, sondern schlicht und ergreifend mit etwas, das er bei mir triggert und in mir eine tiefe Unsicherheit auslöst. Fühle ich mich bedroht? Von was? Es nützt mir nichts, weiter in Widerstand mit diesem Menschen zu gehen, ich muss bei mir selbst schauen. Erkennen, dass der Dämon in mir sitzt und eigentlich müsste ich dann diesen Dämon sanft in die Arme nehmen und ihm sagen, dass es keinen Grund gibt, Angst zu haben. Doch so weit bin ich noch nicht. Aber ich arbeite dran.

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