füreinander verschieden



Das neue Programmheft der Evangelischen Erwachsenenbildung Ortenau, kurz EEB, ist nun erschienen unter der Themenüberschrift "füreinander verschieden - verschieden füreinander". Mein Kurs am 7. Mai  beschäftigt sich mit der "Kraft der gesprochenen Worte". Worte sind eben nicht nur einfach Information, sondern haben auch tiefgreifende Bedeutung für unser ganzes Seelenleben. Nicht umsonst heißt es oft: Die Worte haben mich getroffen. Für mich sind die Worte "füreinander verschieden" besonders eindrücklich, weil soviel damit gesagt ist und sie mich im Inneren fühlen lassen, dass wir nur dann füreinander wirklich da sein können, wenn wir unsere Verschiedenheit wertschätzen, sie als Ressource begreifen und uns in einem wahrhaftigen Miteinander austauschen.

Wie wir in diesen Tagen vermehrt erleben, wird Miteinander oft falsch verstanden. Nicht die Gruppierung von Gleichdenkenden, die sich gegenseitig aufputschen und sich im künstlichen Selbstbewusstsein baden, ist damit gemeint. Es geht um ein aktives Zuhören, um Einfühlungsvermögen und den lebendigen Austausch verschiedener Meinungen und Lebensweisen. 
Das miteinander Sprechen ist wichtiger denn je, jedoch bringt es wenig, wenn man dazu Menschen einlädt, die nur eine Plattform für Propaganda und Polemik suchen, und nicht an einem echten Austausch interessiert sind. So meine ich auch nicht mit der Kraft der gesprochenen Worte, die Macht der Polemik und Manipulation, sondern, die Wahrhaftigkeit der Worte, die aus der Seele kommen. In meinem Kurs versuche ich auch den Unterschied zwischen Manipulation und Wahrhaftigkeit aufzuzeigen.

Was mich aber ganz besonders freut ist, dass die EEB am 9.06.2016 den Film „Unter Wasser atmen- daszweite Leben des Dr. Nils Jent“ in Offenburg zeigt. Dieser mehrfach preisgekrönte Dokumentarfilm war in den Schweizer Kinos 2012 zu sehen und ich bin seit einiger Zeit damit beschäftigt, ihn nun auch in Deutschland bekannt zu machen. Im Film wird das Thema Inklusion, und wie Inklusion gelingen kann, anschaulich und teilweise sehr bewegend verdeutlicht. Zuletzt haben Nils Jent und ich im November in Berlin auf dem internationalen Kongress der Heilpädagogen gemeinsam einen Vortrag gehalten und sind auf Fragen und Diskussionspunkte der Zuschauer (die am Abend vorher den Film gesehen hatten) eingegangen.
Die vielen positiven Feedbacks haben uns ermutigt, eine solche Veranstaltung zu wiederholen. Das Thema ist nicht nur im Hinblick auf Menschen mit Behinderung wichtig, sondern genauso für uns im Umgang mit den Migranten. Das Miteinander leben – wo ist das nicht gefragt?
Es ist mir deshalb eine große Freude, dass Pfarrerin Claudia Roloff, Leiterin der Evangelischen Erwachsenenbildung in Offenburg, sich mit enormem Engagement und Organisationstalent dafür einsetzte, dass einerseits am 9.06. der Film gezeigt wird und am 10.06. Nils Jent und ich mit unserem Vortrag „Im Miteinander stark – der Weg zur Inklusion“ mit dem Publikum in Austausch kommen können.
Man kann beide Veranstaltungen auch unabhängig voneinander besuchen. Es würde uns sehr freuen, wenn der hohe Aufwand unserer Organisation mit viel Publikum belohnt würde. Also schonmal vormerken! Das Programmheft kann man kostenlos übers Internet bestellen, es lohnt sich, weil es nicht nur ausgesprochen informativ ist, sondern auch mit vielen Extras wie z. B. kleinen Texten zu den jeweiligen Themen, sowie Literaturtipps bestückt ist.

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