Ungehindert reisen Teil 4 - Quellen, Korkeichen und kulinarische Genüsse


Unser großes Glück war es, dass wir von unseren Vermietern einen tollen Tipp bekommen hatten: Catrin George ist individuelle Begleiterin und Reiseführerin für Touren ganz nach den eigenen Bedürfnissen. So hatten wir schon vor unserer Reise per email Kontakt, wo ich ihr unsere spezielle Situation erklärte und sie um Vorschläge bat, was mit Rollstuhl denn alles möglich sei. Wo andere Anbieter abgewunken hatten, hatte Catrin George gleich eine Vielfalt an Angeboten, die sich alle sehr verlockend anhörten. Wir entschieden uns nach langem Überlegen für dieses:
Der zweite Ausflug führt uns durch die wilde Natur der Berge von Odelouca nach Monchique, und wir besuchen den Wald, und Korkeichen, suchen Kräuter und Tee, kosten Honig, Olivenöl und frisches Brot aus dem Holzofen. Ich nehme einen Picknickkorb mit, mit weiteren Kostproben der Region und wir fahren zu einer Wassermühle, oder oben auf den Foiagipfel, zum Picknicken an einer Quelle mit Parkplatz, und grandioser Rundumaussicht. Das Bergdorf Monchique und die Caldas de Monchique (ein nostalgischer Badeort) können wir unterwegs anschauen und ich erzähle vom Heiligen Berg, und von den Menschen die dort leben, und davon, warum Monchique Monchique ist, und die Menschen sich nicht als Algarven sehen.
 
Zum vereinbarten Zeitpunkt traf die sympathische Catrin George bei uns ein und wir konnten in ihrem apfelsinenfarbigen Citroen Saxo  Platz nehmen, den Rollstuhl hatten wir raffiniert im Kofferraum verstaut. Es war sofort zu spüren, dass Catrin sich gut überlegt hatte, wie sie den Ausflug gestaltet, damit er sowohl für mich, wie auch für N. spannend und abwechsungsreich wird. Langsam fuhren wir durch die Berge von Odelouca, immer wieder mit kleinen Stopps bei besonderen Bäumen und Pflanzen oder bei einer imposanten Aussicht, weit über das Land. Catrin gab uns Kräuter und Früchte zum Riechen und Schmecken, zeigte uns die klebrige Zistrose, und den Erdbeerbaum aus dessen Früchte der berühmte Schnaps Medronho gewonnen wird.
Steil abwärts ging es dann in ein winziges Dorf zu einer Bäckerin, die für uns draußen schon einen Tisch gedeckt hatte mit köstlichem Holzofenbrot, Honig, Feigen- und Anisbrot und Limonade. Im Nu hatte Catrin ihre Kühltasche ausgepackt und Käse, Wurst und Obst, sowie Oliven ergänzten die Tafel.
Es war köstlich! Wir bekamen Einblick in das Leben der Menschen, ihre Lebensart, ihre Kultur.
Unser Spaziergang durch die Korkeichwälder war ein weiteres sinnliches Erlebnis. Wer einmal die Geschichte des Korks gehört hat, diese knorrigen, alten Bäume gesehen und berührt hat, wird nie wieder einen Korken wegwerfen wollen. An einer Quelle hing eine Schöpfkelle aus Kork, mit der man sich Wasser holen konnte zum Trinken.


Wenn die Wege zu steinig, holperig oder steil waren, ließen wir N. im Schatten stehen, wo er hörend die Natur betrachtete, während wir durch schmale Pfade zu den Kräutergärten und Obstbäumen spazierten. Das Aus- und Einklappen des Rollstuhles, sowie N. in das Auto hinein und wieder heraushelfen, ist für mich allein, wenn es oft sein muss, sehr beschwerlich. Aber mit Catrins Hilfe war es ein Kinderspiel und für uns sehr angenehm. Ganz oben auf dem höchsten Gipfel Fóia gab es dann einen unglaublichen Rundumblick bis zum Aléntejo. Nach einem Kaffee traten wir dann die Heimfahrt an und kamen erfüllt und selig in unserem Casa Luar an, dem Mondscheinhaus.
An dieser Stelle möchte ich mich nochmal ganz herzlich bei Catrin George bedanken. Catrin, du bist Spitze!

1 Kommentar:

Catrin George hat gesagt…

Liebe Petra, lieber N.
Ich bin gerührt und freue mich sehr, dass unser gemeinsamer Ausflug euch beiden mit solch intensiven Empfindungen und Erinnerung ausfüllt. Danke für das liebe Lob! Ganz herzliche Grüße, Catrin.