Ungehindert reisen - das Abenteuer Portugal mit Rollstuhl Teil 1


Portugal - das war ein Land, das für mich bisher weit weg lag. Doch nachdem ich hin und wieder bei Luisa Fotos gesehen hatte und ihre Beschreibungen über die Landschaft, Mentalität und Kultur gelesen hatte, rückte es näher und näher - ich bekam Lust, dieses Land kennenzulernen. Letzten Herbst entschlossen wir uns, eine Reise nach Portugal zu planen, wir, das sind mein blinder, rollstuhlfahrender Freund und ich.
Im Rollstuhl nach Portugal??? Geht nicht! So von verschiedenen Seiten die Kommentare. Da das Motto meines Freundes "Geht nicht. Gibt's nicht" ist, ließen wir uns davon nicht beirren. "Geht nicht. Gibt's nicht" ist übrigens zweifach zu verstehen: Einmal, dass man nichts unversucht lassen sollte und alle Möglichkeiten ausprobieren sollte, und zweitens, wenn es dann trotz aller Versuche wirklich nicht geht, dann eben sagen: OK, dann gibt es das eben nicht.
Es ist nicht das erste Mal, dass wir zusammen verreisen. Ich wusste, dass es nicht einfach wird. Luisa schwärmt von Alentejo , doch ich musste erstmal recherchieren, wo es eine Unterkunft gibt, die garantiert barrierefrei und behindertengerecht  ist. Hotels werben immer wieder mit rollstuhlfreundlich und barrierefrei, was aber selten behindertengerecht bedeutet. Man muss xmal nachfragen, ob die Dusche ebenerdig ist, ob es stabile Haltegriffe gibt (bitte keine angesaugten!) und die Zimmer groß genug sind, damit der blinde Rollstuhlfahrer gut wenden und rangieren kann.
Ein Direktflug muss organisiert sein, der zu einer Uhrzeit losfliegt, die für uns machbar ist - also Billigangebote fallen schonmal weg. Man muss im Vorfeld tausend Formulare ausfüllen, um zu bestätigen, dass der behinderte Passagier nicht chronisch krank ist, eine professionelle Begleitung hat, wie groß der Rollstuhl ist, wie schwer usw. und wieviel Hilfe er beim Einstieg benötigt. Dies alles muss eingereicht werden und bestätigt werden und dann darf man hoffen, dass es klappt.
 
Stundenlange Recherchen im Internet führten mich zu einer zauberhaften Unterkunft in den Bergen von Monchique, das liegt im Algarve, doch nicht an der Küste direkt, sondern mehr im Hinterland. Das idyllische Landhaus ist erst vor kurzem behindertengerecht umgebaut worden und nach den Fotos zu urteilen, war es genau das, was wir wollten! Juhu! Die Vermieterinnen, drei junge Frauen, waren sehr bedacht, alle unsere Fragen bezüglich der Einrichtung und Möglichkeiten zu beantworten. Ein gutes Gefühl. So haben wir die Gegend also primär nach der für uns passenden Unterkunft ausgesucht, was sich als sehr glücklich erweisen sollte.
Der nächste Flughafen wäre Faro gewesen, aber wir mussten Lissabon wählen, weshalb wir uns für 2 Tage dort ein Hotel suchten, das ebenfalls perfekt behindertengerecht ausgestattet war und dazu noch edel im Design, also ein wenig Luxus zu Beginn unseres Abenteuers.
 

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