Resonanzfähig bleiben


In meinen Kursen spreche ich immer wieder von Resonanzfähigkeit. Was ist das? werde ich gefragt. Es ist ein Antworten auf mein Gegenüber, es ist Verbundenheit, die sich dadurch ausdrückt, dass ich zuhören kann, wahrnehmen kann. Resonanz ist viel mehr als ein oberflächliches Feedback, das mit dem Daumen nach oben daherkommt. "Ich finde dich toll", ist überhaupt keine Resonanz. "Wie hat es dir gefallen? - Gut" ist auch keine Resonanz. Erst wenn ich wirklich ausdrücken kann (und demzufolge es erst einmal bei mir selbst wahrnehme) wie etwas oder jemand auf mich wirkt, was ich an der Art und Weise wie jemand ist, wertschätzen kann, dann ist es Resonanz. Wie ein Ton, der mich zum Schwingen bringt. Ich werde inspiriert und werde dadurch selbst schöpferisch. Der zwischenmenschliche Resonanzraum beruht auf Geben und Nehmen, Sprechen und Zuhören, ist ein Wahrnehmen und Bewusstsein, das recht anspruchsvoll ist, in einer Welt, wo jeder zu Wort kommen will. Resonanzfähigkeit ist die Grundvoraussetzung für Beziehungsfähigkeit.
Wir kennen alle diese Situation: Man möchte etwas wichtiges mitteilen oder erzählen, doch dein Gegenüber nutzt das nur als Stichwort, um seine eigene Geschichte lang und breit zu berichten. Kein Zuhören, kein auf den anderen eingehen. Dabei könnten wir so viel voneinander lernen, indem wir nachfragen und mitteilen, wie das Gehörte bei uns angekommen ist.
Sehr viel Resonanz bekam ich bei meinem letzten Kurs. Ich war sehr froh darüber, wie jeder Einzelne am Ende von nur einem Tag schildern konnte, was er oder sie erfahren hatte und für sich mitnehmen konnte. Es ist dies das größte Geschenk, das mir meine Kursteilnehmer machen können, denn dadurch erhalte ich viele wertvolle Impulse, um meine Arbeit weiterzuführen und wachsen zu lassen.

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