Bilder oder Worte?


Wir waren gestern mal wieder im Kino. "Words and Pictures" wurde gezeigt. Ein Literaturlehrer und eine Kunstlehrerin streiten sich darüber, was mehr Macht und Wirkung hat: Worte oder Bilder?
Ein amüsanter Schlagabtausch, humorvoll und doch tiefgründig, regte zum Nachdenken an.
Ich glaube, dass kaum ein Satz entsteht, ohne dass nicht zuerst ein Bild vorhanden ist. Dazu muss man nicht einmal sehen können, denn die meisten Bilder sind innere Bilder, oftmals gar nicht visuell, sondern mehr gefühlt. So spricht im Film die Kunstlehrerin davon, dass das Bild erst dann Kunst wird, wenn es uns nicht nur im Kopf erreicht, sondern auch im Herz.
Mit Worten ist es ähnlich. Wir können sie einfach dazu benutzen um Informationen auszutauschen, oder aber Gefühle zu wecken, nachdenklich zu stimmen, zu inspirieren.
Für mich ist ein Bild immer wichtig, um überhaupt in meine Worte zu kommen. Bei einer Ausstellung neulich in Hasenweiler (dem Nabel der Welt!), wurden Stickereinen von Frauen aus Afghanistan gezeigt. Es sind wunderschöne Stickquadrate, die Bilder aus ihrem Alltag zeigen, wie in diesem Fall Utensilien aus der Küche. Die Frauen sprechen nicht unsere Sprache, aber mit ihren Bildern und Farben sprechen sie dennoch zu uns. So verbinden Bilder in ganz ursprünglicher Weise und unabhängig von Nationalität und Kultur. Worte können aber durch ihren Klang, durch den Rhythmus der Sprache und durch ihre Melodie, sowie durch die Stimme ebenso Bilder hervorzaubern und somit echte Kunst sein, Lyrik, Poesie, Literatur.

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