Theater ist Beziehung

In Vorbereitung auf einen Kurs, habe ich mal wieder in einem meiner Lieblingsbücher geblättert. Das Handbuch von Birgit Fritz "InExActArt" ist eines der besten Bücher, die ich kenne, das die Essenz der Theaterarbeit beschreibt, so wie ich sie verstehe und in meinen Kursen versuche zu praktizieren und weiterzugeben. Wer den Kern der Theaterarbeit wirklich verstanden hat, der weiß, dass sie die hohe Kunst der Beziehungsfähigkeit ist. Merkwürdigerweise findet man diese hohe Kunst selten in den Staatstheatern oder im Film und Fernsehen. Viel zu oft steht der eigene Narzissmus, die Eitelkeit, das Ellbogendenken, der Konkurrenzkampf und die Kritiksucht im Vordergrund.

Anders ist es bei Theaterprojekten wie "Theater der Unterdrückten". Wir brauchen Theater. Wir brauchen das Miteinander. Beziehungsfähig bleiben ist das, was uns wirklich retten kann - in jeder Situation.
Hier einige Zitate aus dem Buch:


Freiheit bedeutet, Teil einer Gemeinschaft zu sein und sich in seiner Individualität sicher fühlen zu können.

Eine kurze Definition von Unterdrückung ist: Unterdrückung herrscht dort, wo Monolog den Dialog ersetzt. (Augusto Boal)

Theater ist Beziehung. Wenn wir miteinander in Beziehung treten wollen, dann ist es wichtig, unsere eigenen Stärken, aber auch die unserer Partner wahrzunehmen. Unsere Stärken nur auszuspielen und jemand anderen buchstäblich an die Wand zu spielen, ist so ziemlich das Langweiligste, was es gibt. Viel spannender ist es, unsere unterschiedlichen Talente herauszufinden und zu sehen, was wir gemeinsam tun können. Auch unsere Schwächen und Grenzen sollen wir erspüren, sowohl die eigenen, wie auch die der Anderen. Denn dann können wir darauf Rücksicht nehmen und auf uns und einander aufpassen.

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