Selbstdarstellung - Selbstausdruck


Authentizität, also Wahrhaftigkeit, wird ja sehr groß geschrieben. Mir fällt auf, dass immer mehr damit geworben wird. Dadurch soll vermittelt werden, wir sind ehrlich, uns kann man vertrauen, bei uns ist alles echt. Aber ist es das wirklich?

Wer genau hinschaut, wird feststellen, dass es meist nur um eines geht: um Selbstdarstellung. Die Selbstdarstellung bezieht sich immer auf das Ego, auf das, was ich herzeigen kann, damit ich Aufmerksamkeit bekomme. Möglichst anders muss ich wirken, um mich dabei von der Masse abzusetzen. Individualität wird automatisch mit Authentizität gleichgesetzt. Um es nochmal auf deutsch zu sagen: Indem ich mich einzigartig zeige, erscheine ich wahrhaftig, ehrlich, glaubwürdig.

Für dieses Herausragen aus der Masse tun wir fast alles: Männer weinen in der Öffentlichkeit und sagen, sie seien "berührt", Frauen zeigen ihren alternden nackten Körper und alle meinen, das sei authentisch. Es gibt noch viele solche Beispiele.

Das, womit ich mich jedoch in meiner Arbeit mit Menschen beschäftige, ist der Selbstausdruck.

Nicht wie ich im Außen gesehen werde, steht dabei im Vordergrund, nicht wie ich auf andere wirke. Sondern die Suche nach dem, wofür ich auf dieser Welt bin, wofür ich brenne, was mein innerster Beweggrund ist, hier zu sein.

Wenn ich diesen Kern gefunden habe, geht es immer nur darum, wie ich dieses Innnerste zum Ausdruck bringen kann, in meinem Alltag, im Beruf, in Beziehungen.

Beim Selbstausdruck geht es nicht mehr um den Schein, sondern nur noch um das Sein. Die Suche nach dem Innersten, nach meinem Beweggrund, meinem Weg, ist ein fortwährender Prozess, der nie abgeschlossen ist. Wahrhaftig die zu sein, die du bist, lässt dich immer wieder das Leben, dein Leben, in Frage stellen. Dazu kann man sich keiner Tricks und Tipps bedienen, allenfalls die Fähigkeit, den Kontakt zu sich selbst nie zu verlieren und sich von keinem äußeren Schein ablenken zu lassen, kann geübt werden.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Schön <3

Melanie