Die Suche nach dir selbst



Es gibt Zeiten, da ist man auf der Suche - und weiß eigentlich nicht genau, nach was.
Wie ein Schiff, auf hoher See, das keinen Hafen mehr findet, in dem es vor Anker gehen kann.
In vielen Gesprächen mit unterschiedlichen Menschen fällt mir das auf, dieses unbestimmte Suchen.
Wir sind eingebettet in ein meist fremdbestimmtes Leben, angefüllt mit Terminen und einem Rhythmus, der uns oft keine Möglichkeit gibt, nach Innen zu sehen. Zu machtvoll sind die äußeren Eindrücke, sie treiben uns an zum schnellen Handeln, damit funktioniert, was funktionieren muss.

Ich bin froh, dass ich mir meine Zeit weitgehend selbst einteilen kann. Die Eindrücke der letzten Wochen waren tiefgreifend und beschäftigen mich noch immer. Was geschieht, wenn dein Leben verlangsamt wird, dein Bewegungsradius verkleinert? Ist es ein Verlust von Lebensqualität, oder vielleicht sogar genau das Gegenteil? Das scheinbar Unspektakuläre bekommt wieder eine neue Bedeutung. Meine Sinneswahrnehmung wurde intensiver, das Gespür für das Wesentliche deutlicher.
In mir drin findet das Leben statt. Nur das, was ich verinnerliche kann wachsen und mich als Persönlichkeit prägen. Die Hinwendung zum anderen Menschen bedeutet in letzter Konsequenz auch die Hinwendung zu mir selbst.
Das echte Erleben lenkt mich nicht ab, sondern führt mich zu dem wofür ich da bin, zu meiner ursprünglichsten Bestimmung. Manchmal ist es eine Begegnung mit einem Menschen, der einem zurückführt in das, was man im tiefsten Inneren ist. Manchmal ist es eine Krankheit oder ein Verlust. Alles was wir dafür tun müssen, ist, uns einzulassen. Ja sagen, zu dem, was das Leben an uns heranträgt, ohne dass wir darauf Einfluss nahmen. Mut haben, etwas zu tun, wovon wir nie zu träumen wagten. Sich die Zeit nehmen.

Kommentare:

sissi hat gesagt…

Auf der Suche nach mir komme ich schon gerne vom Weg ab... eine ewig Suchende würde ich es nennen.
Mir fehlt es an Gelassenheit. Gerne male ich mir das Leben schwarz, dabei malt das Leben bunt...
Dein Text läßt mich nachdenklich zurück...
Dir einen lieben Gruß in den Tag...
sissi

sissi hat gesagt…

Auf der Suche nach mir komme ich schon gerne vom Weg ab... eine ewig Suchende würde ich es nennen.
Mir fehlt es an Gelassenheit. Gerne male ich mir das Leben schwarz, dabei malt das Leben bunt...
Dein Text läßt mich nachdenklich zurück...
Dir einen lieben Gruß in den Tag...
sissi

Ingrid hat gesagt…

Ich bin gerade auf diesen Text gestoßen. Die Worte treffen genau das, was ich derzeit fühle.
Eingeengt im Alltag, bestimmt von Beruf und Terminen kommt es mir vor, dass für mich selbst zu wenig Raum bleibt und ich nicht mehr hinter her komme. Genau wie beschrieben:
"Wie ein Schiff, auf hoher See, das keinen Hafen mehr findet, in dem es vor Anker gehen kann." Ich möchte davon wegkommen. Die letzten Zeilen des Artikels haben wieder ein Bewusstsein in mir geweckt und ich möchte es versuchen und "Mut haben, etwas zu tun, wovon wir nie zu träumen wagten. Sich die Zeit nehmen." Danke

Lebenskünstler hat gesagt…

Liebe Ingrid, liebe Sissi,
danke für eure Kommentare :-)
Ich freue mich, wenn ich etwas anregen konnte.