Gedanken einer Waage-Geborenen


Gerade lese ich über die Biografie von Alice Schwarzer. Sie schreibt, der Motor ihres Handelns sei immer Gerechtigkeit gewesen, alles andere wäre für sie ein verpasstes Leben gewesen.
Ich denke nach über das Wort "Gerechtigkeit". Natürlich finden wir oft: "Das ist so ungerecht!" Und man will etwas dagegen tun. Aber sehr oft ist die gutgemeinte Gerechtigkeit aus einem anderen Blickwinkel wieder ganz und gar nicht gerecht. Beispiele gibt es genug in der Politik. Ob ein Verbrecher seine gerechte Strafe bekommt, wissen wir nicht. Können wir nie wirklich wissen, weil es unmöglich ist, alle Seiten in Betracht zu ziehen. Die Richter folgen den Gesetzen, das nennt man dann gerecht.
Alice will die Gerechtigkeit für die Frauen. Und natürlich hat sie da ihre ganz eigenen persönlichen Ansichten, was das bedeutet. Sie hat viel damit erreicht, was ihr (und man kann sich fragen, ob das gerecht ist) eine Menge Anfeindung eingebracht hat. Ich finde sie auf jeden Fall mutig. Obwohl, auch das Wort "mutig" ist fragwürdig. Ist es mutig, wenn man ohne Angst etwas tut? Wahrer Mut ist ja, wenn man es trotz aller Angst wagt.

Ja, das sind die Gedanken einer typischen Waage: Einerseits und andererseits.
Ich frage mich weiter, was denn mein Antrieb im Leben ist?
Es ist die Suche nach Wahrheit und Wahrhaftigkeit. Das kann immer nur eine Suche bleiben. Aber es macht das Leben für mich so spannend. Ich finde immer wieder neues. Kann mich weiter entwickeln. Aber ohne meine Suche wäre es ein verpasstes Leben.

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