Spurensicherung

In unserem Haushalt haben wir nur ein Zeitschriftenabo. Dieses kommt aus der Schweiz und das auch nur vierteljährlich. Umso begehrter ist es. Immer wenn ich die mail der Redaktion ein paar Tage vor Erscheinen der neusten Ausgabe bekomme, wächst die Ungeduld. Denn leider dauert es dann noch eine unbestimmte Zeit, bis das Heft in unserem Briefkasten landet. Der Postweg ist ein gemächlicher, erst recht, wenn er Grenzen überwinden muss.

Wirft der Briefträger die Post bei uns ein, so ist das unüberhörbar, denn die extragroße Box hat auch einen extragroßen Deckel, der laut scheppernd zugeklappt wird. Das nächste, was dann zu vernehmen ist, ist Fußgetrappel durchs ganze Haus. Entweder weil Lone wichtige Verlagspost aus aller Welt erwartet oder ich Berge von Fanpost und haufenweise Anmeldungen zu Kursen. Nur Sigi bleibt gelassen.

Kommt also besagte Zeitschrift ins Haus, dann ist Spurensicherung angesagt! Denn wer zuerst am Briefkasten ist, der hat sie, die "Spuren".
Die 100. Ausgabe ist besonders gut gelungen. Ich habe die Angewohnheit, alle Zeitungen und Zeitschriften von hinten zu lesen, weshalb ich das sympathische Vorwort von Martin Frischknecht erst ganz zum Schluss wahrgenommen habe. Er schreibt, worum es in "Spuren" geht:
"SPUREN, das liegt für uns nahe bei Spüren und ziemlich weit weg von Fußstapfen oder Reifenabdrücken in Matsch und Schnee."




In seinem Artikel "Spiritualität für Ungläubige" geht er sehr feinsinnig den Veränderungen in Kirchen und religiösen Gemeinschaften nach und stellt fest, dass man Relgion nicht mit Spiritualität verwechseln sollte.

Christine Steiger spricht vom "Dahinschmelzen der Zukunft". Älter werden, was bedeutet das eigentlich? Ihre humorvolle und doch vielschichtige Art zu schreiben, ist immer eine Bereicherung für die Leser.

Für mich sind die SPUREN Inspiration und oft auch Bestätigung von eigenen Gedanken. Ich wünsche noch viele hundert Ausgaben! Schön wäre es, wenn es diese Zeitschrift bald auch an deutschen Kiosken gäbe.

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