Is die Gäßmann och hier? Teil 2


Am nächsten Morgen hatte ich mir vorgenommen schon ganz früh zur Bibelarbeit mit Frau Käßmann zu fahren. Um 9:30 sollte es losgehen, also war ich um 8 in der Bahn, die eine gute halbe Stunde (viel Verkehr schon mitgerechnet) brauchen sollte.
Irgendwann kam ich an einen völlig überfüllten Platz, von Käßmann keine Spur, denn wie sollte man die kleine Frau da sehen unter all den Menschen? Sie wurde nach draußen übertragen- das kann ich auch im Fernsehen haben, dachte ich und machte mich davon.
Massenansammlungen sind mir zuwider. Es fällt dann immer schwerer, bei sich selbst zu bleiben. Man kauft ein grünes Tuch, auch wenn man dieses Grün nicht ausstehen kann, aber weil alle es haben, muss man es auch haben... Ich konnte mich da noch beherrschen. Nein, das mag ich nicht, diese Uniformierung. So wurde ich auch nicht sofort als zugehörig angesehen, sondern eher als Einheimische, die man nach dem Weg fragte.
Im Zentrum für Frauen war auf jeden Fall kein Massenandrang. "Flügel für alle" wurde da als Workshop angeboten, was zwar nicht besonders bodenständig klang, aber doch vielversprechend.
Dort rief jemand meinen Namen und vor mir stand eine Frau, die vor Jahren mal einen Kurs bei mir besucht hatte!
Es war interessant, was ich im Workshop hörte. Doch was ist davon praktisch umzusetzen? Und vor allem: Wie? Nur vom schön Reden und an den Händen fassen wird unser Alltag nicht besser.
Ich nahm mir vor, für meine eigene Aktion am Samstag, trotz der kurzen Zeit, wenigstens ein paar Anregungen zu geben, wie man das ins praktische Leben übertragen kann.

Keine Kommentare: