Das Vorbild

Die Bücher von Siegfried Lenz sind zu Beginn immer etwas schwerfällig. Man muss sich wirklich Zeit nehmen. Als ich "Das Vorbild" angefangen habe zu lesen, hatte ich nicht die Geduld, dranzubleiben. Doch jetzt im Urlaub, merke ich, dass es ein hochspannendes Buch ist. Wer kann ein Vorbild sein? Ein paar Lehrer setzen sich zusammen, um zu entscheiden, welche Geschichte über einen vorbildlichen Menschen in ein Schulbuch übernommen werden soll.
Abgesehen davon, dass die Sprache bei Lenz schonmal ein Genuss ist, wird das eigene Nachdenken angeregt, was auch ein Grund ist, warum man seine Bücher nicht in einem Rutsch lesen kann.

Wer ist ein Vorbild? Ich hatte in meinem Leben viele Vorbilder, es wechselt von Lebensstation zu Lebensstation. Oft wurde ich auch enttäuscht: Der Mensch war gar nicht so perfekt, wie ich glaubte! Aber ein Vorbild ist ja auch immer ein Teil unserer Projektion. Wir sehen im anderen Menschen etwas von dem, was bereits in uns selbst steckt, wir aber noch nicht bewusst erkennen können. Je nachdem, wie wir uns weiterentwickeln, ändern sich auch unserere Vorbilder. Das ist spannend. Und ist ein Idol dasselbe, wie ein Vorbild??
Wie das Buch ausgeht, weiss ich noch nicht.

1 Kommentar:

Rachel hat gesagt…

...ein Thema, was Lenz sehr gut aufarbeitet...

herzlich, Edith