Restrisiko

Gewiss, das Leben ist ein einziges Risiko. Setze ich mich ins Auto, gehe ich trotz aller Sicherheitsvorschriften und deren Einhaltung das Restrisiko ein, bei einem möglichen Unfall ums Leben zu kommen. Schlimmstenfalls - was ich mir nicht vorstellen will - andere mitzureissen. Auch das Restrisiko, bei einem Flugzeugabsturz mein Leben zu verlieren, bin ich Jahre eingegangen, nun habe ich mich bewußt dagegen entschieden.
Erst vorgestern war ich einem Restrisiko ausgesetzt, das fatale Folgen auf mein körperliches Wohlbefinden gehabt hätte: In einem feinen Restaurant servierte man mir mikroskopisch kleine Häppchen als "Gruß aus der Küche". Einigermaßen belustigt ergriff ich schon das Puppengeschirr mit dem winzigen panierten Teilchen, das nicht größer als Vogelfutter war. Gerade noch rechtzeitig vernahm ich die gewichtige Stimme der Bedienung, die stolz verkündete, dass das ein Molekül der Jakobsmuschel sei. Danke! Dieses Bröselchen hätte mich aufgrund einer allergischen Reaktion für Tage außer Gefecht gesetzt.
Ja, die täglichen Restrisiken, die können wir selbstbestimmt abfangen, eingehen, in Kauf nehmen, oder gänzlich umgehen. Kauf dir Aktien oder kauf dir keine - es ist dein Risiko, du entscheidest.
Menschen, die uns jedoch ein Restrisiko aufzwängen, das die Vernichtung des gesamten Globus möglich machen könnte, und dieses Restrisiko auch noch bewußt eingehen, solche Menschen sind in meinen Augen Verbrecher. Sie haben bestimmt schon hunderte Male "...und vergib uns unsere Schuld" gebetet ohne sich darüber im Klaren zu sein, dass eine solche Schuld niemals vergeben werden kann.

Kommentare:

Spinnen für bedrohte Völker hat gesagt…

Liebe Petra,
du sprichst mir aus Seele.
Danke
Liebe Grüße
Anke

Spinnen für bedrohte Völker hat gesagt…

...aus der Seele natürlich ...