sich ergeben

Wir Menschen möchten am liebsten alles kontrollieren, alles bestimmen. Jeder meint, alles besser zu wissen. Ist jemand schwer krank geworden, so gibt es gleich ein Dutzend Leute, die das Patentrezept bereithalten. Ich selbst nehme mich da nicht aus. Was ist das? Warum tun wir das? Es ist die Angst jedes Einzelnen, vor dem Unkontrollierbaren. Wir sind es nicht mehr gewohnt im Zeitalter der Technik und des Fortschritts, zu akzeptieren, dass eben nicht alles geht. Und dass wir nicht alles lenken können. Und dass wir nicht wissen, wofür etwas gut ist, weil wir nicht über unsere Grenzen sehen können. Jeder reagiert aus seinem eigenen Trauma heraus und egal, was wir sagen oder tun, es dient letztlich nur uns selber, wir tun es aus Selbstschutz und Verdrängung. Sich der Angst zu stellen, bedeutet, sich einem Schmerz auszuliefern, dem wir uns möglicherweise gar nicht gewachsen fühlen. Wie auch? Der Alltag muss bewältigt werden.
Und doch gibt es Zeitnischen, wo wir uns dieser Ohnmacht bewusst stellen können. Ich versuche es wenigstens, weil ich aus der Angst herauswachsen will. Das Vertrauen, dass wir trotz aller Angst und Hoffnungslosigkeit aufgehoben sind, dieses Vertrauen kann nur entstehen, wenn wir begriffen haben, dass alles zum Erdenleben dazugehört: Schmerzen genauso wie Freude und Glück.