Kann man davon leben?

Eine Leserin hat mir dieses Zitat von Swetlana Geier geschickt, die die "5 Elefanten", also die fünf großen Dostojewski-Romane, aus dem Russischen übersetzt hat:
„Von dieser Art Übersetzen kann man nicht leben. Es ist ein solcher Arbeitsaufwand, den kann ein Verleger vielleicht wirklich nicht bezahlen. Das Honorar steht in gar keinem Verhältnis zur investierten Arbeit. Mein Luxus drückt sich in der Arbeit aus, nicht in den Finanzen.“
Den Film über Swetlana Geiers Leben und Arbeiten habe ich erst gestern gesehen und bin fasziniert. Sie spürte den Worten und Lauten hinterher, erfasste dabei alle Gefühle und Bilder. "Man muss immer das Ganze sehen", sagt sie im Film. Sprache kann so viel. Von dieser Leidenschaft zur Sprache lebte sie. Am 7. November 2010 starb sie in Freiburg. Bis zuletzt hat sie übersetzt.

Anna Halprin, die große Pionierin der Tanztherapie und des Ausdruckstanzes, fasst es am Ende des Filmportraits über sie "Breath made visible" so zusammen: Am Anfang ihres Lebens stand das Motto: "Ein Leben für den Tanz." Dieses Motto entwickelte sich mehr und mehr zu: "Der Tanz für mein Leben".

So rufe ich euch in diesen sogenannten Krisenzeiten zu:
Wir dürfen nicht aufhören mit dem, was unser Leben nährt!

1 Kommentar:

RUDHI - Chance hat gesagt…

Von der Kunst leben können offenbar nur die Rücksichtslosen, die Macher, die Ellbogentypen, wie mir scheint. Die Idealisten gehen lieber unter, als ihren Idealen untreu zu werden, oder Freundschaften aufs Spiel zu setzen... Wenn du mal einen Filmabend offerierst, lass es mich bitte wissen;-)