Wenn Bekanntes Unbekanntes berührt

Am Wochenende konnte ich wieder mal etwas beobachten, was häufiger vorkommt. Jemand will etwas vermitteln und alle versuchen, diese Informationen zunächst mal in geordnete Schubladen zu stopfen, Schubladen, die vertraut sind, die man kennt.
"Ach, das ist ja genau wie..."
"Alles nix Neues, das haben wir doch schon bei soundso gelernt..."
Vielleicht gibt so ein Verhalten Sicherheit, aber es macht doch das Leben ungeheuer langweilig. Wenn ich nicht bereit bin, eine mir vermeintlich bekannte Sache nochmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, dann bleibt mein Leben einspurig, eindimensional und ohne Weiterentwicklung.
Wie so oft war es bei mir so, dass meine Offenheit und Empfänglichkeit, gemischt mit meinem prüfenden Auge, die Menschen teilweise irritierte. Doch es wäre mir zu öde, wenn ich mich nicht einlassen und nur mit objektivem Blick die ganze Sache beobachten würde. So habe ich mich also hingegeben, den Körper spüren lassen, mich ergreifen lassen und erfuhr, dass das Bekannte das Unbekannte berührte. Wenn das geschieht, öffnet sich ein weiter Raum. Man kann den Blickwinkel nicht of genug wechseln. Die Wahrheit liegt hinter der Vielschichtigkeit und im tausendfachen Funkeln von leisen Ahnungen.

Kommentare:

Marcel hat gesagt…

Schön geschrieben und es ist wahr. Ganz liebe Grüße Marcel

Wolle Natur Farben Raum hat gesagt…

Etwas schnell in Schubladen packen macht in der Regel nicht so viel Angst...kann schnelle ( oft langweilige ) Sicherheit geben, kann auch ein guter Schutz sein, für Menschen die sich gerade schützen müssen, die nicht spüren können so wie z.B. traumatiserte Menschen ...natürlich um die Erfahrung ärmer dass Frau auch mal andere - vielfältigere Erfahrungen macht, wenn sie sich spürt und immer wieder neu spürt...
alles hat seine Zeit und seinen Sinn...
von mir mal so frei assoziert zu deinen schönen Worten
LG Anna

Lebenskünstler hat gesagt…

@ Anna:
Ich war unter KollegInnen...

M. Sigl hat gesagt…

Da war Sokrates nun wohl doch der "Weise" mit seinem..."Nicht-Wissen" ich lese das Zitat wenn ich wiedermal in einer eingefahrenen Sichtweise gefangen bin.
Denn wir wissen nichts...Ich weiß das ich nichts weiß. Wir lernen immer wieder dazu udn verscuhen zu verstehen.liebe Grüße Manuela