Nur eine Rose als Stütze

Gestern Abend traf ich mich mit Susanne, um unseren Vortrag vorzubereiten.
"Nur eine Rose als Stütze - Traumabewältigung am Beispiel der Lyrikerin Hilde Domin".
Was ist es, was uns die Gedichte heute geben? Wie treten wir mit den Bildern und Metaphern in Resonanz? Unsere Gedanken und Empfindungen sprudelten. Es wurde ein inspirierender Austausch. Einige Szenen aus dem Film "Ich will dich - Begegnung mit Hilde Domin" erschienen mir wieder deutlich vor Augen: Wie behutsam und fürsorglich Hilde jeden Tag die Rosen für Erwin in die Vase stellt. Wie Anna Ditges ihr Fragen stellt, neugierig, Anteil nehmend: "Was braucht man, um ein Gedicht zu schreiben?" Antwort von Hilde Domin: "Einen Stift."
Diese Frau, selbst leicht wie ein Vögelchen, beherrschte eine leichte Sprache der Tiefe. Das Trauma, der Abgrund, das Leid und der Schmerz sind aufgefangen in einem "Gefieder der Sprache". Die Sprache der Dichtung ist zur wahren Heimat und zum Anker geworden.

Kommentare:

Lilo hat gesagt…

Hallo Petra,

...wunderbare Antwort ...oftmals macht man sich das Leben schwer, da man nicht auf die einfachsten Dinge
kommt!
Ganz lieben Gruß
Lilo

sissi hat gesagt…

Sie hat so recht, es braucht nur einen Stift:

auf der Suche ...

nach dem Licht
durchläuft man die Finsternis
auf der Suche nach dem
was kommt
was kommen kann
Schmerz
Blut
offene Wunde
gilt es aufzuhalten
drum weinet um ihn
so er es will
nehmt in den Arm ihn
tragt ihn fort
dort
wo Hoffnung ist
dort wo die Sonne scheint
-
nimm einfach meine Hand
und folge mir.
© 2010 sissi

Lebenskünstler hat gesagt…

Liebe Sissi,
Wie schön, dass du zu mir gefunden hast. Danke für das Gedicht.
Ganz herzlich, Petra