Copyright und Urheberrecht

Ein Copyright gibt es eigentlich bei uns in Deutschland nicht, denn da heißt es Urheberrecht. Das Urheberrecht ist sogar noch etwas schärfer, denn es wurde gemacht, um geistiges Eigentum zu schützen. Darunter fallen Texte, Bilder, Musik. Das Urheberrecht gilt auch dann, wenn nicht unbedingt Copyright oder Urheberrecht darunter steht. Es genügt, dass eindeutig ist, wer das geschrieben hat.
Für mich als freiberufliche Schauspielerin ist das oft nicht leicht. Denn es geht nicht einfach so, dass ich die Gedichte von Hilde Domin oder Ingeborg Bachmann öffentlich lese. Ja, sogar wenn ich eine kostenlose öffentliche Lesung gestalten würde, bräuchte ich die Genehmigung und müßte u.U. Tantieme zahlen. Es gibt verschiedene Ausnahmen, die ich jetzt nicht ausführen will.
Wichtig ist nur, dass man weiss, dass das auch im Internet gilt. Kurze Zitate sind erlaubt, wenn man den Autor nennt. Doch bei Bildern, Fotos und auch YouTube ist es schonmal kritisch.
Mir ist bewußt, dass ich, wenn ich öffentlich im Blog schreibe und meine Fotos poste, diese kopiert werden können. Mich freut das, wenn es den Lesern gefällt, und die meisten von euch geben mir dann positive Resonanz, die man ja braucht, um Lust zu haben, weiterzumachen!
Was mir weniger gefällt (und das schreibe ich jetzt nur, weil es schon vorgekommen ist), ist, wenn meine Texte oder Fotos zu fremder Werbung benutzt werden und mein Name ist nicht mal erwähnt! Das frustet.
Denn es ist nicht gerade ein Zuckerschlecken, in meinem Beruf sein täglich Brot zu verdienen.
Es gibt einige sehr schöne Blogs, wo Fotos und Texte zum Kopieren verlocken, weil sie so gut sind. Doch sollten wir alle damit behutsam und in Wertschätzung umgehen und vorher fragen. Zu selbstverständlich ist es inzwischen geworden, uns durch das Internet kostenlos zu bedienen.
Die kreative Schöpferkraft von Menschen, die schreiben, malen, Musik machen, fotografieren darf uns aber alle inspirieren zu eigenen Gedanken und Schöpfungen.
weitere Infos zum Urheberrecht hier

Kommentare:

RUDHI - Chance hat gesagt…

Oh ja, Lebenskünstlerin; kann ich ungekürzt unterschreiben! Inspiration ist erlaubt, weil nicht geklaut und beweisbar, aber die allgemeine Dreistigkeit wie Unwissenheit ist groß; denn Diebe scheren sich generell nicht um Rechte; glauben höchstens, nur ihr eigenes 'Recht' gälte für alle...

Lebenskünstler hat gesagt…

Lieber Rudhi,
in den meisten Fällen ist es Unwissenheit. Denn wer nicht künstlerisch arbeitet, versteht oft gar nicht, was es bedeutet, wenn so freimütig mit diesem "geistigen Eigentum" umgegangen wird. Einerseits sind wir Künstler abhängig davon, dass man unsere Werke sieht, liest, hört - aber es wird selten realisiert, dass wir damit auch Geld verdienen müssen. Es mutet vielleicht manchmal kleinlich an, wenn man darauf aufmerksam macht, aber es ist mein Beruf... Ein Bäcker möchte auch nicht, dass man seine Brötchen nimmt und einfach verteilt ohne zu bezahlen...

Seufz

Andererseits leide ich manchmal schon schwer darunter, dass ich bestimmte Autoren nicht öffentlich lesen darf, ohne Tantieme zu bezahlen. Zahle ich diese, bleibt wenig bis nichts mehr für mich übrig.
Manche Verlage lassen sich aber darauf ein, wenn man einen Büchertisch anbietet - was allerdings mehr Arbeit und Organisatorisches abverlangt.