Leben. Werden - Sein - Vergehen

Das Leben und damit das Göttliche, ist ein Mysterium, das sich hinter der Vielfalt verbirgt, in der es sich ausdrückt. Diese Vielfalt ist so unendlich und schwer zu verstehen und zu begreifen. Die Wissenschaft bemüht sich darum und bewegt sich gleichzeitig weiter und weiter weg, zu weit, um dem Mysterium wirklich nahe zu kommen.
Werden-Sein-Vergehen. Sich diesem Kreislauf zu ergeben und ihn als natürlich zu begreifen, als selbstverständlich zu nehmen, sodass wir keine Angst mehr davor haben müssen, weder vor dem Leben noch vor dem Tod. Es wäre wahre Freiheit.
Das tägliche Bemühen um Geld, Ansehen, Gesundheit, Prestige, das vielen das Leben so hart macht, so kompliziert und angstbesetzt, das alles hätte ein Ende! Gier und die Angst, zu kurz zu kommen, weniger als andere zu haben oder zu sein, würde uns nicht mehr krank machen.
Denn das ist ja das Absurde: Wir erliegen der Gier und dem Macht- und Kontrollbedürfnis aus Angst, ohne all das sterben zu müssen, nicht mehr zu sein im materiellen wie im immateriellen Sinne.
Was geschieht, wenn ich aufhöre zu gieren? Bin ich dann nicht viel freier im Tun und Handeln und Wirken?
Handeln ohne nach Applaus zu schielen, ohne zu erwarten, dass ich dafür ausschließlich geliebt werde. Arbeiten und tun was Freude macht, ohne abzuwägen, wieviel Geld es bringt.
Ist Leben das: Was mir gegeben ist, voll auszuschöpfen, ohne mich mit anderen zu vergleichen? Dem Mysterium Leben näher kommen, indem ich die Vielfalt meiner Selbst entdecke und ausschöpfe. Sich selbst sein mit aller Klarheit und Konsequenz, statt sich anzugleichen und der Norm zu unterwerfen, die doch aus der Vielfalt nur einen winzigen Teil entfaltet!
Leben ist unerschöpfliche Vielfalt. Diese Vielfalt allein führt letztlich zur Einheit, nach der wir suchen. Ohne den letzten Puzzlestein gibt es keine Einheit, kein Ankommen, kein Ganzes.
Sinn unseres Daseins: Die Suche nach dem Wahrhaftigen in uns. Die Einzigartigkeit und Vielfalt in mir, damit ich zum letzten Puzzlestein werde für das große Ganze.
Die Kraft der Verbundenheit, geschöpft aus der Vielfalt in der Einheit.