Tanz und Ausdruck

Ausdruckstanz ist dem Schauspiel sehr ähnlich. Keine Bewegung ist überflüssig, alles geschieht bewusst und jede Regung hat Bedeutung. So wie ich beim Schauspielen nie ein Wort ohne das dazugehörige Bild und Gefühl aussprechen sollte, so ist das im Tanz mit der Bewegung. An wen richtet sie sich? Was will ich? Sowohl das Wort als auch die Bewegung haben ein Ziel.
In einem guten Bühnenbild gibt es nicht einen Gegenstand zuviel. Es ist ein altes Theatergesetz, dass nichts auf der Bühne sein darf, das nicht auch im Stück Bedeutung hat. Keine Schnörkel, keine Extras, die die Aufmerksamkeit vom Wichtigen ablenken könnten.
Der leere Raum von Peter Brook ist so ein Beispiel. Er ließ "Carmen" in einem Bühnenbild nur aus Sand und Säcken spielen - es war grandios!
Vermutlich kommt es daher, dass ich mich in einem leeren Raum fast wohler fühle, als in einem vollgestopften: So wie die Stille ist auch die Leere ein Ort, wo sich bei mir Kreativität entfaltet.
Der Butoh-Tanz braucht eigentlich auch gar nichts, außer die innere Haltung des bewußten Ausdrucks. Die Schminke, das Kostüm - das ist nicht wirklich notwendig, aber unterstützend.