Heile Welt?

Ich werde immer mal wieder damit konfrontiert, dass man mir vorwirft, ich lebe in einer heilen Welt und wüßte nichts von den Schattenseiten.
Das mag für meine Blogleser und Leserinnen so aussehen. Alle, die mich länger kennen, wissen, dass ich sehr viele Hochs und Tiefs in meinem Leben erfahren habe, dass ich nur deshalb meinen Beruf ausführen kann, weil solche Erfahrungen das Fundament dafür sind. Ich schreibe selten in diesem Blog über meinen Ärger und Frust, über Enttäuschung und Ungerechtigkeit, über Verletzungen und Missachtung, die ich in meinem und im Umfeld vieler meiner Mitmenschen, erkennen kann. Denn ich möchte diesen Gefühlen nicht noch mehr Raum geben, als sie sich sowieso schon nehmen. Unsere Gesellschaft ist voll von negativem Denken, das unser Handeln mehr bestimmt, als wir uns vorstellen können. Sich auf das Positive zu konzentrieren, bedeutet nicht wegzusehen vom Übel. Ganz im Gegenteil! Wenn ein Kind im See am Ertrinken ist, dann würde es wenig helfen, wenn wir dastehen und sagen: "Oh je! Das Kind ertrinkt, es ist zu schwach zum Schwimmen, der See ist ja soooo tief, das Wasser darin giftig und ich kann auch so wenig tun, weil ich schwimme ja selber ganz schlecht...." Wenn wir aber die Schönheit und das einzigartige Wesen des Kindes erkannt haben, wenn wir wissen, wie wertvoll Leben ist und dass es eine Freude ist, diesem Kind in die Augen zu schauen, dann erkennen wir blitzschnell, was getan werden muss, dann springen wir ins kalte Wasser, dann ziehen wir es raus - weil nichts uns davon abhalten kann, denn unsere Liebe und Freude ist stärker, als unser Frust.

1 Kommentar:

RUDHI - BY CHANCE hat gesagt…

Schöne Seele!