Das Leben - ein Pilgerweg

Nein, eine klassische Pilgerwanderung habe ich noch nie gemacht. Als wir in Basel beim Lebenskunst Kongress waren, hat ein Pilger einen Vortrag gehalten und dabei kam mir der Verdacht, dass die meisten Menschen nur deswegen diese Strapazen auf sich nehmen, um hinterher damit prahlen zu können. Als sei das die größte Leistung seines Lebens! Meine Augen fingen an zu rotieren, als er dann auch noch davon sprach, wie er im Gasthaus umsonst Essen bekam - ist doch klar, nach sooo einer Leistung! Wenn eine Mutter mit fünf Kindern nach dem Einkaufen in ein Restaurant geht, würde kein Mensch ihr das Essen umsonst geben - obwohl das mindestens genauso eine Leistung ist, wie 1000 Kilometer zu Fuss gehen! Ich pilgere durch´s Leben, das genügt mir. Und es geht dabei bergauf, bergab - tripptrapp. Jeden Tag mache ich da meine wundersamen Erfahrungen.
Zeitweise habe ich überlegt, diesen Blog zu schließen. Warum? Einerseits macht es mir Spass zu schreiben, andererseits war ich nie darauf gefasst, dass so viele Menschen das lesen würden. Als Schauspielerin weiss ich, was es bedeutet, sich einem größeren Publikum zu zeigen. Das hat Vor- und Nachteile. Das Schöne aber ist immer, wenn ich so freundliche Resonanz bekomme: Da schreibe ich, dass ich nichts mehr zu lesen habe - und schon werde ich mit Büchern versorgt! Oder dass ich früher mal von einem Bambi geträumt habe, und da läßt sich Herr Schorschi nicht davon abhalten, mir ein Bambi zu basteln, echt goldig, versteht sich! Und die lieben Kommentare, die mich inzwischen fast täglich erreichen, sind auch etwas, was mich immer wieder freut. Danke dafür Euch allen!

Kommentare:

Jelena hat gesagt…

Mach weiter!
Ich lese zwar noch nicht lange bei dir mit, aber mir macht es Freude hier zu sein! Deine positive Art finde ich ganz toll!

Kessi hat gesagt…

Auch ich habe noch keine klassische Pilgerwanderung gemacht. Eine Freundin von mir war jedoch auf dem Jakobsweg. Pilgern wird dort schon zum Tourismus vermarktet und sie war zwar beeindruckt, hat es aber nach einer Woche Alltag schon fast wieder vergessen. Wozu also. Man kann auch auf anderen Wegen zu sich selbst finden. Ich würde es eher mal mit jemand gemeinsam tun, um mit jemandem ein gemeinsames Erlebnis zu teilen. Aber nicht um des Pilgerns willen. Zu meiner Zeit früher war "Wallfahren" noch Trend. Wir haben das oft gemacht, z. B. von der Schule aus. Die Erinnerungen, die ich aus der Zeit für mich mitgenommen habe, waren immer nur das fröhliche Beisammensein der Menschen und auch der gemeinsame Eintopf danach :). Das Miteinander war viel interessanter und spannender, als diese eine Woche zu irgendeiner Kirche zu laufen.

Und zum Blog kann ich mich nur Jelena anschliessen, ich finde ihn auch wunderbar, Deine Art zu schreiben ist klasse und auch der Mensch dahinter! Ich habe ihn ja quasi gleich von Anfang an, als ich selbst gebloggt habe, entdeckt und er würde mir wírklich unheimlich fehlen! Es macht wirklich sehr viel Freude, hier zu sein. Man fühlt sich wohl bei Dir! Alles Liebe und einen wundervollen Abend - Karin