Blabla

Ich weiß nicht, wie andere Leute "Die Zeit" lesen, ich jedenfalls kann das nur auf dem Boden robbend. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass ich mir eine Zeitung abonnieren würde, wäre auch nicht höher, wenn das Format des Blattes kleiner wäre.
Da wird zum Beispiel lang und breit über die manipulierende Wirkung von Werbung geschrieben, wie schlimm das doch ist, und selbst haben sie kilometerlange Werbesprüche, riesige Bilder, über zwei Seiten abgedruckt. Die Zeitung wäre nur die Hälfte oder noch weniger, ohne diese Werbung (wenn wenigstens der BECH-Verlag dabei wäre mit seinem Bestseller: "Das kleine Buch vom großen Chef") Der ausgedehnte Beitrag über psychisch kranke Menschen ist mir viel zu oberflächlich. Man bekommt den Eindruck, es handle sich um Einzelpersonen. Wohngruppe - ja schön und gut, aber für wen kommt das in Frage? Eine Mutter mit zwei Kindern wird kaum in eine Wohngruppe gehen wollen. Nicht der leiseste Schimmer von der wirklichen Tragik vermittelt sich da. Nichts wird geschrieben über die Medikamente, die mit ihren Nebenwirkungen den Menschen zum Teil unwürdiger leben lassen, als ohne. Wer weiss schon, dass die 30 Kilo Übergewicht von den Nebenwirkungen der Medikamente kommen? Aber damit wir, die "Normalen", sie aushalten, werden sie mit dem Zeug vollgestopft. Vergeblich habe ich die Frage nach dem Warum gesucht. Warum sind die Verrückten so schwer auszuhalten? Weil sie uns an unser eigenes Irresein erinnern? Und warum sind sie verrückt geworden? Vielleicht, weil sie die ideale Projektionsfläche für unseren eigenen unterdrückten Wahnsinn sind?

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