Tanzen und Lebenskunst

Es ist ja schön, wenn man öffentlich zitiert wird. Das gibt einem das Gefühl, irgendwie das Richtige formuliert zu haben. Kirche im SWR, (SWR 3 Worte) hat vom 08. bis 10. Mai fast meinen kompletten Beitrag im Publik Forum Extra zitiert. Aber was mich daran stört, ist, dass da steht:
-Petra Kopf, Tänzerin und Choreografin hat in Namibia Frauen kennen gelernt, von denen Sie das Tanzen lernte. Besonders ein Mädchen hat ihr gezeigt, was Tanzen ist.-
Nie im Leben hab ich von mir behauptet, Tänzerin und Choreographin zu sein! Und niemals habe ich von Frauen aus Namibia tanzen gelernt! Also, das will ich mal richtig stellen! Ich schildere in dem Beitrag eine Begegnung mit einem kleinen Mädchen aus dem Stamm der San. Wir tanzten, aber war es wirklich Tanz? Für mich ist Tanzen keine Kunstform, sondern eine Lebenshaltung. Es ist die Leichtigkeit, der Ausdruck, die Begegnung, die Verwandlung und der Kontakt zu mir und den Menschen und der Natur. Das hab ich in Afrika gelernt. Vielleicht bin ich eine Choreographin in Lebensgestaltung - das wäre ein Begriff, der mir gefallen könnte, im Gegensatz zu dem grauenvollen Wort "Coach". Ich bin nach Afrika gereist, um alles verstehen zu können, was ich bei Ursel in meiner Ausbildung gelernt habe. Die Essenz dessen, was Tanz bedeutet. Wenn ich das erzähle, fantasieren die Menschen oft alles mögliche dazu. Sie stellen sich vor, ich würde dauernd nach Afrika reisen um dort zu tanzen! Ich fühle mich nicht robust genug für so einen aufregenden Kontinent mit Hitze, Armut, wenig Wasser. Namibia ist sicher die sanfteste Möglichkeit, ein Stück Afrika zu erleben. Alles, was ich dort erfahren habe, ist gespeichert und sehr lebendig in mir. Ich schreibe darüber, ich füge es in meine Arbeit ein, es beeinflusst mich. Vielleicht fahre ich irgendwann wieder hin, vielleicht auch nicht. Bedeutsame Begegnungen kannst du überall haben, hier gleich neben dir.
Es kommt nicht darauf an, weit zu reisen und zu suchen. Es kommt darauf an, wahrnehmen zu können, den Funken des Augenblicks ganzheitlich zu spüren.
Ich bin froh, dass ich in meiner Ausbildung als Schauspielerin und auch während der Jahre auf der Bühne, vieles über diese Wahrnehmungsfähigkeit gelernt habe, das ich nun weitergeben kann.
(nächster Workshop Termin ist am 27.09. und eine neue Jahresgruppe beginnt im November)

PS: Seit vorgestern habe ich übrigens hier (oben rechts, unter Links) ein LebensKunstGästebuch. Da kann man sich zeichnerisch verewigen. Einfach mal ausprobieren;-)

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