Hildegard von Bingen

Mittlerweile bin ich bei den Briefen von Hildegard an die Päpste, Bischöfe u. a. angelangt. Und was lese ich? Da ermahnt sie Papst Eugen mit folgenden Worten: "Entscheide du vielmehr diese Rechtssache nach der tief mütterlichen Barmherzigkeit Gottes..."
Und an anderer Stelle: "Zu Anbeginn der Welt ließ Gott - einer strahlenden Sonne gleich - Seine Geschöpfe nicht nur ans Licht treten; sie sollten sich vielmehr immer weiter entwickeln zu ihrer Vollendung." Gemeint ist natürlich eine geistig-seelische Entwicklung. Für Hildegard ist Gott nicht ein alter Mann mit Bart, der oben im Himmel sitzt, sondern unendlich, unbeschreiblich, alles in sich vereinend, ganz.
In ihren Visionen zeigt sich das Göttliche zwar bildhaft, aber immer in beiden Geschlechtern. Es ist faszinierend, von und über sie zu lesen. An Festtagen sangen die Schwestern in ihrem Konvent mit wallenden Haaren, weißen Kleidern und Schmuck ihre Lieder. Ihre Schlüsselworte sind Liebe und Grünkraft: "Liebe war im Anfang der Urgrund der Schöpfung; Liebe hat uns heilsam erlöst; Liebe vollendet die Welt. Inmitten der Welt ruht lichtgrün das Herz..."

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