Federvieh

Seit einiger Zeit gab es bei uns ein Problem, das sich im Gefrier- schrank breit gemacht hatte: eine Ente. Dass es sich tatsächlich um eine solche handelte, erfuhr ich erst nach langen Recherchen im Internet. Einschlägige Seiten wie frag-mutti.de geben hillfesuchenden Nichthausfrauen darüber Auskunft. Nun war ich fest entschlossen, tatkräftig zur Sache zu schreiten. Irene hatte mich schon gewarnt: Der Ofen wird total fettverspritzt sein, eine Stunde Ofen putzen müßte eingerechnet werden. Karin bestätigte das. Alles wenig erfreuliche Nachrichten... Aber dann, dem Internet sei Dank, habe ich die Lösung gefunden: Ente im Bratschlauch! Zwar hatte ich nie im Leben von einem Bratschlauch gehört, aber das Teil ließ sich finden und alles verlief ganz nach Plan. Mit großer Überwindung musste ich das tote Tier auf das Abenteuer Bratschlauch vorbereiten, viel Blut floss und es war mir nicht wohl dabei. Wir hatten schon gedacht, das Tier einfach im Wald zu begraben, aber das fand ich dann auch irgendwie würdelos. Kurz und gut, der Braten ist gelungen. Nur essen konnte ich so gut wie nichts. ich war heilfroh, dass meine Mutter, die zu Besuch kam, zwei Kilo Spargel mitbrachte und meinen Lieblingskuchen: Mohnkuchen! Vom Vogel ist zwar nichts übrig geblieben, Sigi war ganz gierig danach. Aber von den Spargeln auch nicht, und die letzten Krümel vom Mohnkuchen hab ich mir grad aus den Mundwinkeln geleckt. Mütter wissen eben immernoch am besten, was ihren Kindern wirklich schmeckt!

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