Wir brauchen euch!

An Feiertagen kann es passieren, dass ich mehr als sonst ins Grübeln komme. Dann mache ich mir Sorgen um meine finanzielle Absicherung im Alter, und die Konfrontation mit mir selbst als zweifelnder Optimistin, verstärkt sich. Sollte es so sein, wie ich gestern auf einem Plakat lesen konnte: "Frauen auf der Straße - Von der Vagantin zur Räuberin"? Ist das die Lösung für freiberufliche Frauen meiner Generation?
Zum Glück gibt es in meinem Umfeld mehrere Beispiele von älteren Lebenskünstlerinnen: Bärbels Kalender ist voll mit Terminen, sie ist viel unterwegs, also durchaus eine Vagantin. Trotzdem hat sie immer ein offenes Ohr für meine Situation und die ihrer Kinder. Sie hat mich sehr oft unterstützt und ihre Erfahrungen an mich weitergegeben, Kontakte für mich geknüpft und meine Arbeit empfohlen.
Lise ist eine Frau, die nicht vergessen hat, wie es ist, sich in einer Welt, in der immernoch die Männer mehr Privilegien genießen, durchzuschlagen. Die Bedeutung von finanzieller Unabhängigkeit ist ihr sehr bewusst. An ihr bewundere ich, dass sie neuen Gedanken und Taten gegenüber immer aufgeschlossen ist.
Es ist wichtig, dass uns die Alten helfen! Wir brauchen ihre Erfahrungen, ihre Kontakte, die sie im Beruf sammeln konnten, ihre Empfehlungen, ihre Wertschätzung! Was sie von uns für ihre Offenheit zurückbekommen, ist der lebendige Austausch mit der jüngeren Generation, Freundschaft und Dankbarkeit und die Gewissheit, dass ihre Werte weitergetragen werden.

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