Die schöne Dame

In der kleinen Kirche von Mühlrüti fiel mir diese Dame mit Hirsch auf. Vor allem die Geste, die ja in meinen Kursen immer wieder eine Rolle spielt, als Körpersymbolik von Fühlen (Hand am Herzen) und Handeln (Hand geöffnet), Nehmen und Geben. Wen stellt sie dar, diese Frau? Ich habe einfach mal Luisa Francia gefragt. Sie fand das auch interessant. Die Geste, rechte Hand auf´s Herz bedeutet Verbundenheit und auch Trauer. Es sei möglicherweise eine Maria mit den Eigenschaften der Diana/Artemis. Und tatsächlich fand ich jetzt bei Recherchen dazu ein paar Hinweise, die das bestätigen. Die Menschen der christlichen Kirche brauchten halt auch den weiblichen Aspekt! In der evangelischen Kirche, mit der ich ja aufgewachsen bin, ist es unpopulär, Maria anzubeten, bzw. zu verehren. Unter anderem wird sich darauf berufen, dass Jesus, nach seiner Mutter gefragt, antwortete: "Wer ist meine Mutter?" - als wäre sie ihm wurschtegal gewesen! Dabei wird aber immer weggelassen, dass er auch noch hinzufügte, jede Frau, die mit Gott verbunden sei, ist seine Mutter! Was wiederum sagt, dass wir die Maria in uns selbst suchen müssen und verehren! Die Figur und die Person der Maria sind Symbole, lebendige Beispiele, Vorbilder, die uns daran erinnern sollen, dass wir Anteile davon in uns tragen. Ich verstehe Jesus so, dass er meinte, alle Frauen sind so verehrungswürdig wie Maria. Dazu gibt es eine kleine Anekdote aus meiner frühen Kindheit: Meine Mutter und mein Vater waren mit mir spazieren. Wir kamen an einen Marienaltar. Dort stand eine Maria in aller Pracht mit betenden Händen. "Guck mal, wie kitschig", kommentierten meine Eltern. Ich war vielleicht knapp drei Jahre alt und antwortete empört: "Lasst doch die schöne Dame `bitte´ sagen!"

Keine Kommentare: