Das Beste ist immernoch umsonst

Wenn ich mir die Beiträge in den Medien über Armut und Reichtum anschaue, merke ich immer mehr, dass es weniger mit Geld zusammenhängt, sondern mit dem Unvermögen beziehungsfähig zu sein. Keiner kann zuhören, keiner kann auf den anderen eingehen, keiner versteht die Sprache des anderen, jeder lebt in seinem eigenen Universum. Immer mehr Menschen sind Singles, was sowohl materielle wie emotionale Armut bedeutet. Hätten alle gleich wenig Geld, würden die Menschen kreativ werden und sich zusammenschließen, Ideen entwickeln. So aber schielen die Ärmeren auf die Wohlhabenden, machen sie verantwortlich und diese wiederum kommen mit theoretischen Vorschlägen, die sich praktisch nicht verwirklichen lassen. Ich kann mich tatsächlich mit 4 Euro am Tag gut ernähren, aber das geht nur, weil ich beim Essen mit lieben Menschen zusammensitze, weil ich glücklich bin mit ihnen und mit meiner Arbeit. Dann braucht man nicht viel. Und es gibt auch eine Menge "geistiger Nahrung" umsonst: Franziskusgarten in Sießen, Basilika in Weingarten, Vogthaus in Ravensburg mit kostenlosem Programm und Möglichkeiten zur Begegnung, Waldspaziergänge, Bibliotheken und vieles mehr.
Lone sagte gestern was wirklich wahres: Wenn jemand einen guten Beruf hat, der ihm Spaß macht, warum muss er dann dafür auch noch einen Haufen Geld kriegen? Dann folgte ein Vortrag über das Sozialsystem in Dänemark, wo viel höher besteuert wird, je mehr man verdient und jeder einen bestimmten Betrag Rente bekommt, ganz egal, ob er gearbeitet hat oder nicht.
Sigi hat auch eine gute Methode der Lebenskunst: Er empfiehlt, sich vor jedem Kauf zu fragen: "Macht mich das glücklich?" Es ist erstaunlich wieviel man plötzlich spart, weil man merkt, was man alles nicht braucht! Und mir fiel der Spruch ein, den mal ein Pfarrer von der Kanzel herunter predigte: Man ist reich, wenn es reicht!

1 Kommentar:

KarinaF hat gesagt…

... und für einen Indianer wird der Erfolg nicht daran gemessen, wieviel er verdient oder welche gesellschaftliche Stellung er einnimmt, sondern einzig und allein dadurch, wie glücklich er ist!

Vielen Dank für diesen schönen Beitrag! Ich als Super-Single kann nur sagen, es kann viele Beziehungen in einem Single-Leben geben und es gibt ganz besondere Menschen, die man in seine 'Intimssphäre' einlädt, denen man sein Herz öffnet und sie sozusagen in seinen 'heiligen' Raum einlässt. Das ist sowohl eine Art Schutz als auch ein Privileg für die Menschen, die es schätzen können, in diesen ureigenen, individuellen Raum eingeladen zu werden. Das ist für mich auch eine Art, Beziehung zu leben. Menschen, die das Leben lebenswert machen, um sich zu scharen. Ich bin sehr dankbar für die inspirierenden Gedanken auf Deinem Blog...