Rosel Zech - mein Traumschiff ist im Begriff zu sinken

Rosel Zech, die wie ich ihr erstes Engagement in Landshut hatte und sich dort, wie ich, durch alle Gretchens, Käthchens, Annerls und Susannas gespielt hat, bis sie bei Emilia Galotti ankam, die dann (und hier endet unsere etwa 20 Jahre versetzte gemeinsame Theaterlaufbahn) zu Zadek fand, mit Fassbinder drehte, in zahlreichen hervorragenden Filmen und Theaterstücken mitwirkte, darunter (und das ist erst ein paar Jahre her) als grandiose Verkörperung von Selma Lagerlöff in "Bildermacher", diese Rosel Zech, die ich für eine der besten Schauspielerinnen Deutschlands halte, deren Schweiss noch in den alten Kostümen steckte, die ich in Landshut nur deshalb getragen habe, weil ich mir vorstellte, der Glanz von dieser großartigen Schauspielerin würde dann auf mich abfärben, die Rosel Zech, der ich in München eines Tages begegnete und die mit mir zu Mittag gegessen hat, wobei ich kaum einen Bissen herunterkriegte vor lauter Ehrfurcht, Rosel Zech, die für mich die Ikone der seriösen Schauspielkunst darstellte - sie landete nun beim "Traumschiff". Es war eine Mischung aus Treue und Solidarität, dass ich den Fernseher einschaltete - aber zu groß war die Qual, ich hab´s einfach nicht bis zum bitteren Ende geschafft. Ich versteh die Welt nicht mehr! WARUM??? frage ich mich und meine ratlosen Mitbewohner. Natürlich weiß ich, dass ein Schauspieler kein freier Mensch ist. Es gibt Zeiten, da muss man nehmen, was kommt. Und manchmal ist es besser schlecht aufzufallen, als gar nicht. Aber trotzdem frage ich mich, was in einer intelligenten Schauspielerin vorgeht, wenn sie derart schlechte Dialoge von sich geben muss? Dass der Apfel, in den sie beißen musste für sie mehr als sauer war, konnte man sehen und hören. Warum, also?
Liebes Fernsehen, liebes Theater, lasst nicht zu, dass Eure Sterne sinken!
Und: Liebe Rosel Zech, bitte tun Sie sich das nie wieder an!

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