Die Dinge singen hör ich so gern...

Don Miguel Ruiz schreibt in seinem Buch "Die innere Wahrheit" u. a. über diese inneren Stimmen, die in uns rumoren und die alles bewerten, alles beurteilen, analysieren. Wiederkehrende Sätze wie: "Das schaffst du nie!" oder "Halt dich zurück" oder "Das war jetzt aber peinlich", genauso wie "Ja, aber..." vermiesen uns das Leben, halten uns in Schach, verhindern, dass wir herausfinden, was denn unsere innere Wahrheit ist. Dazu fällt mir Rilkes Gedicht "Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort" ein, in dem es in der letzten Strophe heißt:

Ich will immer warnen und wehren: Bleibt fern.
Die Dinge singen hör' ich so gern.
Ihr rührt sie an: sie sind starr und stumm.
Ihr bringt mir alle die Dinge um.

Was aber ist denn nun die Wahrheit? Das herauszufinden ist eine Aufgabe. Man muss sich Zeit nehmen, in sich reinhören. Es sind nicht die inneren Kritiker, die wahr sprechen, es sind die Gefühle, deren Ursprung die Liebe ist. Da liegt unsere Wahrheit. Es ist die Frage nach dem, was unsere Seele zum Singen bringt. Es ist nicht die Frage nach dem, was ich nicht bekomme, was ich nicht habe, es ist das Anschauen dessen, was ich bin, was mir das Leben gegeben hat. Die Fülle, nicht der Mangel ist die Wahrheit - wenn wir sie "wahr - nehmen" wollen.

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