Ach Ingeborg!


was machen die da nur in Klagenfurt? Wie jedes Jahr gibt es wieder diesen "Wettbewerb" und am fragwürdigsten an der ganzen Veranstaltung ist doch die Art und Weise, wie das durchgeführt wird. Liebe Ingeborg, ich bin sicher, du wärest nicht einverstanden, dass in deinem Namen mit Menschen so umgegangen wird: Die Jury spricht und wertet über die vorgelesenen Texte, als ob die Autoren gar nicht im Raum wären. Man tut so, als wären sie Luft, als wäre niemand da, den das, was gesagt wird, treffen oder be-treffen könnte! Da wird mit Worten umgegangen, ohne Wertschätzung, ohne Höflichkeit, ohne die geringste Würdigung.
Obwohl die Autorin unter der Jury sitzt, wird sie nicht angesprochen, nicht angesehen, nicht beachtet. Ihr Werk den Hyänen vor die Füße geworfen. Einige Texte sind sicher nicht der hohen Literatur zuzuordnen, Kritik berechtigt, aber das heisst doch nicht, dass man das in dieser entwürdigenden Art und Weise tun muss.
Ich frage mich sowieso, warum Kunst sich einem Wettbewerb aussetzen muss. Wer nach einer Lyrikerin und Schriftstellerin von der Qualität wie Ingeborg Bachmann sucht, wird sie in diesem Jahrhundert nicht mehr finden.

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