Lebensräume

Raum nehmen, Raum geben, Raum füllen - darum ging es an unserem zweiten Jahresgruppen Wochenende.

Während einem Seminar spüre ich immer wieder sehr deutlich, welche Bedeutung der Arbeitsraum hat, dass er für mich Werkzeug und Medium für meine Arbeit ist. Es mag für manchen merkwürdig klingen, wenn ich sage: der Raum muss ruhen. Aber es ist die Stille im Raum, die mir die Kraft und Inspiration gibt, um eine Gruppe gut durch das Wochenende zu führen. Immer wieder erinnert mich das auch an meine Zeit am Theater: Die Bühne war dort ein "heiliger Raum", es durfte dort weder gegessen noch geschwätzt werden. Vor allem aber durfte man auf keinen Fall dort pfeifen!!

Ich liebe unser Haus. Anders kann ich das nicht ausdrücken. Ich sage "unser", weil ich alles, was dieses Haus ausstrahlt, als mir zugehörig empfinde. Es ist also eine sehr private Atmosphäre und deswegen muss ich mich, wenn viele Leute hier sind, auch abgrenzen. Die Balance von Nähe und Distanz ist eine Herausforderung. Ich möchte das Haus einerseits mit anderen teilen, andererseits muss ich meine Räume, meine Bedürfnisse auch verteidigen, schützen und gut behandeln. Denn nur dann ist gewährleistet, dass meine Arbeit gut ist. So war es früher beim Theater auch: unser Körper, mit dem wir arbeiteten, musste wie ein Instrument gut gepflegt werden. Der Raum, unsere Bühne, der Ort für die Kreativität, musste "geheiligt" werden, indem man bestimmte Regeln auf keinen Fall übertreten durfte, das war ein Tabu! In unserem Haus mischt sich das Privat - und Arbeitsleben. Umso mehr braucht man diese Tabuzonen. Früher musste ich sie einhalten, heute muss ich sie einfordern - oioioioiiiiii -ich weiss nicht, was schwieriger ist!!

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