Unmögliches möglich machen

Das Licht, das heute morgen über die vom Frost weiße Wiese traf, war wieder einmal so magisch schön, dass ich es bedauerte, keine bessere Kamera zu haben. Man konnte im Hintergrund die Berge sehen, die ganz golden leuchteten.
Lone und ich haben in letzer Zeit viel darüber gesprochen, ob es ein Schicksal gibt, und wenn ja, inwiefern man die Möglichkeit hat, frei zu handeln. Ingeborg Bachmann hat dazu etwas geschrieben, das es meiner Meinung nach erklärt:
Innerhalb der Grenzen aber haben wir den Blick gerichtet auf das Unmögliche. Im Widerspiel des Unmöglichen mit dem Möglichen erweitern wir unsere Möglichkeiten. Daß wir es erzeugen, dieses Spannungsverhältnis, an dem wir wachsen, darauf, meine ich, kommt es an. Die Wahrheit nämlich ist dem Menschen zumutbar. Ich glaube, daß dem Menschen eine Art des Stolzes erlaubt ist - der Stolz dessen, der in der Dunkelhaft der Welt nicht aufgibt und nicht aufhört, nach dem Rechten zu sehen.
Dieses "nach dem Rechten" sehen, das scheinbar Unmögliche innerhalb gewisser Grenzen möglich zu machen, den besten Weg zu wählen, um ein erfülltes, glückliches Leben zu haben, darum geht es in den hellseherischen Beratungen bei Lone. Und auch meine Arbeit ist danach aufgebaut: Wir konzentrieren uns auf das Mögliche, auf das, was ein Mensch an Potenzial mitbringt. Dieses wird erweitert, ausgebaut - und manchmal gelingt es dann, dass sogar das Unmögliche möglich wird.
Das Schicksal ist also nur der Rahmen, das Blatt Papier und der Farbkasten, den wir dazu bekommen haben. Wie wir unser Lebensbild gestalten, wie wir diese Möglichkeiten ausschöpfen, ist unsere freie Entscheidung.

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