Sturmzeit

Ich war gerade bei den letzten Seiten von Amélie Schenks Buch angelangt, als der Sturm draussen so richtig zu toben anfing. Auf genau diesen letzten Seiten wird die Schamanin Galbe zitiert, die sagt: "Wer die Natur nicht mehr verehrt, kennt die Gefahren nicht, kennt weder Feuer noch Wasser, noch Wind."

Wir alle wissen, dass wir die Natur mehr achten müßten. Ich weiß nicht, ob wir sie schützen müssen, das wiederum, denke ich, kann sie allein, wenn man sie nur in Ruhe läßt! Während der Wind an unserem Dach rüttelte, ein paar Ziegel durch die Luft flogen, wurde mir klar, dass wir eben nicht alles in der Hand haben. Dann wird man ganz klein und demütig. Ich freute mich, dass unser Haus so fest und stabil dasteht. Kein Wind drang durch irgendwelche Ritzen!

Und heute ist es wieder etwas ruhiger. Die Wolken ziehen schnell über Ingenhardt hinweg und geben ein Stück Himmel und Licht frei. Amélie Schenk hat wirklich ein wunderbares Buch geschrieben, das sich lohnt, zu lesen. Da steht so vieles drin, was ich in meinen Workshops versuche zu vermitteln! Z.B. über die Kraft des gesprochenen Wortes, dass Worte mehr sind, nämlich auch Klang und Rhythmus, dass sich in ihrem Klang der eigentliche Kern versteckt, der Wahrheit und Wirkung ans Licht bringt. Das Buch bringt uns wieder zu dem zurück, wofür wir Leben geschenkt bekamen: als eine Möglichkeit, verstehen zu lernen, was es bedeutet, zu leben und zu sterben.

Keine Kommentare: