Was wir daraus machen

Ich muss nochmal auf das Thema "Werte" zurück-kommen. Welchen Wert hat es, dies oder jenes zu tun oder nicht zu tun? "Was hat es mir gebracht?", wird immer wieder gefragt, oder "Ich tu nur noch das, was mir auch was bringt".
Der Wert einer Sache ist immer genau der, den wir ihr geben. Das heißt, wir bestimmen selbst, was und wieviel "es uns bringt". Wenn es mir gelingt, aus einem Erlebnis zu schöpfen, mich in Verbindung zu bringen, dann kann ich es verwandeln, etwas neues kreieren und an mir selbst wachsen. (dieses "verbinden und verwandeln" nennt man auch "kreativ sein", oder sogar, wie der mongolische Dichter Galsan Tschinag: "schamanen")
Luisa Francia hat das in ihrem Buch "SteinReich" mit einem ganz einfachen Beispiel deutlich gemacht: Ein Stein, irgendwo gefunden, wird zum Lieblingsstein, zum Glücksbringer, einfach dadurch, dass sie ihn bei sich trägt, anschaut, an den Ort denkt, wo sie ihn gefunden hat, mit ihm spricht usw. Sie verbindet sich mit ihm, läßt sich durch ihn inspirieren. Der Stein gewinnt dadurch an Wert. Nicht für 1000 Euro würde sie ihn hergeben. Dabei ist es doch "nur" ein Stein! (mehr von Luisa auf www.salamandra.de).
Wir können das auf alles übertragen. Ein Erlebnis, eine Begegnung gewinnt an Bedeutung, wenn ich mich wirklich einlasse, in Kommunikation trete, mich verbinde. So bleibt immer etwas, aus dem ich schöpfen kann. Sei es die Stille in der Natur, das Gespräch mit einem Menschen, das bewußte Wahrnehmen eines Baumes, ein Tanz, eine Bewegung, ein Lied.
Was wir selbst daraus machen, bestimmt den Wert. Welchen Wert etwas für uns hat, können wir nur spüren, wenn wir uns selbst wahrnehmen können. Denn nur die Verbindung zu uns selbst läßt Wahrhaftigkeit zu. Wertschätzung und Wertschöpfung setzen Selbsterkenntnis, Bewußtheit, Wahrnehmung und Verbundenheit voraus, und nicht zuletzt natürlich Liebe.

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