Mach was draus!


Regelmäßig ausmisten, Überflüssiges wegschaffen, das wird vor allem dann nötig, wenn sich Dinge ansammeln, die weiss Gott nicht mehr verwendbar sind, wie zum Beispiel Disketten. Oder etwa doch nicht? Ich fand ein paar farbige ohne Etikett zu schade zum Wegwerfen. Da lagen sie also auf meinem Schreibtisch, schön bunt. Ich spielte damit rum und fand raus, dass man ja in die Metallklemme der Diskette etwas anheften kann. Leider bin ich basteltechnisch nicht sehr begabt, es fehlt mir die Geduld für den Kleinkram. Kleben wird bei mir immer zum Desaster. Also verwarf ich meine erste Idee, die Disketten auf eine Sperrholzplatte zu kleben, um sie als eine Art Pinwand zu verwenden. In der Schublade fand ich aber noch einige Aktenklemmen. Wenn man diese an die Diskette klemmt und dann die Hebel wegbiegt, hat man einerseits einen Ständer für die Diskette und zweitens eine weitere Klemme um Postkarten oder Notizen zu befestigen. Als einzelne sind die Disketten zum Beispiel als Tischkartenständer zu verwenden oder Namensschilder, in eine Reihe geklemmt als "Steckboard" um Postkarten, Briefe u. a. aufzubewahren.
Alles ohne kleben, was heisst, wenn man es nicht mehr braucht, kann es wieder auseinandergenommen werden.
Man nennt sowas "upcyclen".
 

Komplimente, die keine sind

"Für dein Alter(!) siehst du aber(!) noch(!) ganz(!) gut aus!" Das sind genau vier Worte zuviel, um ein Kompliment zu sein. Au Backe! Leute, so tretet ihr garantiert ins triefende Fettnäpfchen. Gut aussehen hat absolut gar nichts mit dem Alter zu tun. Ich würde sogar einen Schritt weiter gehen: Auch echte Schönheit ist völlig vom Alter unabhängig.
Und da bin ich auch schon wieder beim Thema Haare. Ich bekomme nämlich solche "Komplimente" seit ich silberne (nein, sie sind nicht grau!) Haare habe. Es gibt Menschen, die sehen mir nicht in die Augen, die schauen immer auf meine Haare. Und manche finden, es sei "mutig", sie nicht zu färben!
Raúl Krauthausen, ein Aktivist mit einer Behinderung, schreibt in seinem Blog: "Die Behinderung wird uns unser Leben lang begleiten, also stehen wir besser zu ihr! Sie gehört zu uns, wie unsere Haarfarbe."
Ich stehe zu meiner Haarfarbe, die sich im Laufe der Jahre von tief schwarz zu Aluminiumsilber entwickelt hat und jetzt so facettenreich ist, wie meine gesamte Persönlichkeit. Mal wirke ich platinblond, mal gibt es rötliche Schimmer, goldene, ja sogar bläuliche, je nach Lichteinfluss. Doch seltsamerweise können die meisten Menschen diesen "Mehrwert" nicht sehen. Sie sehen grau und assoziieren damit ein Defizit, nämlich Alter und damit Vergänglichkeit und damit Tod und das ist eben nicht schön.
Insofern kann ich da tatsächlich eine Verbindung zu Behinderung sehen. Auch da erkennen die meisten Menschen nicht, dass viele Behinderungen auch einen "Mehrwert" haben. Behinderungen sind nur in eine Richtung gesehen ein Defizit. Wenn man sich die Mühe gibt, weitsichtiger, d.h. mehrperspektivischer (ups: eine neue Wortschöpfung!) zu sehen, dann ergibt sich der Mehrwert.
Behinderte Menschen sind deswegen nicht "trotz" Behinderung z. B. Aktivisten, sondern gerade deswegen.
So. Ich bin nicht trotz meiner Silberhaare und meines Alters gut aussehend, sondern gerade deswegen. :-) Erst neulich blieb eine Frau auf der Straße vor mir stehen, sah mich mit runden Augen an und fragte: Sind die echt? Ich war etwas irritiert, fragte: Meinen Sie meine Haarfarbe? Sie nickte. Ich nickte. Wunderschön sagte sie und ging weiter.

Ist es wahr? Ist es wirklich wahr?


Das Leben ist ein Labyrinth. Jeder hat seine eigene Wirklichkeit, lebt in einem eigenen Universum, das von den Mitmenschen mehr oder weniger berührt, geteilt und seltener wahrgenommen wird. Wir alle schöpfen aus bereits Erlebtem, übertragen die alten Erfahrungen auf neue Situationen und geraten dadurch oft in einen Dschungel der Missverständnisse.
Was ist nun wahr? Dan Theander sagt: "Die Wahrheit hat zwei Seiten: deine und meine", aber eigentlich müsste es heißen: "Deine, meine und eine, die wir beide nicht sehen können." (Zitat hier gefunden).
Wenn sich irgendwer komisch verhält, dann interpretiert man es meist gegen sich. Man wertet also negativ. Typisches Beispiel ist, wenn mir beim Autofahren ein anderes Fahrzeug hupend zu dicht auffährt. Sofort denke ich: Was für ein Idiot! Möglich, dass ich recht habe, aber weiss ich es wirklich? Nein. Es könnte ja auch sein, dass jemand dringend zum Krankenhaus fahren muss, oder sonst eine Notlage vorliegt. Wie auch immer, die bessere Wahl wäre, ich würde cool bleiben, statt mich über diesen (vermeintlichen) Idioten aufzuregen und einfach Platz machen, damit er überholen kann.
Byron Katie fragt dieses "Ist es wirklich wahr? Kannst du es mit Sicherheit wissen, dass es wahr ist?" in ihrer Methode "The Work" ständig. Man kann hundertmal trotzig antworten: "Natürlich ist X ein Depp, weil er mich nie grüßt." aber irgendwann muss man sich eingestehen, dass man es eben nicht mit Bestimmtheit weiss und schon gar nicht, ob es die Wahrheit ist.
Es wird ja oft gesagt, man solle nicht werten. Ich würde eher sagen, dass es keinen Sinn macht, etwas zu interpretieren. Man muss jedoch hin und wieder werten, aber damit meine ich, man muss unterscheiden: Tut mir das gut, oder nicht? Etwas so zu interpretieren, dass es sich gegen mich richtet und mich abwertet, ohne dass ich mit Bestimmtheit weiss, ob es auch so gemeint war, ist schlichtweg nicht gut für mich.

Rechenaufgabe zum Jahresende


Nachdem wir die letzten Tage praktisch Frühling hatten, sind nun die Temperaturen doch noch winterlich und frostig geworden, wenn auch ohne Schnee.
Beim Bummel durch die Geschäfte blieb ich an der Überschrift einer Zeitschrift hängen: "Wir - Das Magazin für Frauen in der dritten Lebenshälfte" - und kam ins Grübeln. Mathematik war noch nie meine Stärke, aber selbst mein zynischer Mathelehrer aus der Oberstufe anno 1980 hätte sich da wohl die Zähne ausgebissen.
Befinden wir uns etwa momentan in der dritten Jahreshälfte?? Also, eigentlich ist das Jahr so gut wie rum, aber eben noch nicht ganz...? Übertragen auf das Leben hieße das, die Zeitschrift wendet sich an Frauen, die eigentlich das Leben schon hinter sich haben, aber es bleiben noch so ein paar Tage. Die Frage ist, wollen sie diese letzten Tage wirklich mit dem Lesen einer Frauenzeitschrift verbringen?
Weiter unten dann das Kleingedruckte: Für die Frau ab 60. Aha. Die dritte Lebenshälfte beginnt mit 60. Möglich wäre natürlich auch, dass wir alle drei Leben haben. Dann lebe ich jede Hälfte dreimal.
Ich werde die nächsten Tage wohl mit Grübeln verbringen, vor allem weil ich jetzt gar nicht mehr draus komme: In welcher Hälfte befinde ich mich und wie oft?

Traditionen - warum nicht alles beim Alten bleiben muss

 

So kurz vor Weihnachten sind wir fast alle mehr oder weniger mit Traditionen beschäftigt. Entweder halten wir sie ein, oder brechen sie. Wie sinnvoll sind Traditionen?
In meiner Kindheit gab es selbstverständlich immer einen Tannenbaum, den ich mit meinen Geschwistern, meist mit meinem kleinen Bruder, schmücken durfte. Es war ein sehr feierlicher Moment, wenn wir die Kerzen anzündeten, die Lichter brannten, mein Vater Klavier spielte und meine Schwester ihn begleitete. Als wir Kinder etwas älter wurden, uns mit ökologischen Themen und Umweltschutz beschäftigten, wollten wir keinen abgeschlagenen Tannenbaum mehr haben. Unser Vater kaufte also einen zum Einpflanzen. Doch hätten wir das jedes Jahr so getan, wären wir bald im Schatten eines kleinen Waldes Zuhause gewesen. So baute mein Vater eine Krippe aus Holz, wir legten Stroh hinein und eine Puppe, es wurde darüber ein leuchtender Stern aufgehängt und somit war eine neue Tradition geboren: Krippe statt Baum - was ja eigentlich auch viel sinniger ist.
Noch heute tut mir jeder abgesägte Baum leid und ich bin froh, in einer Familie groß geworden zu sein, wo man mit solchen Traditionen kreativ umgegangen ist.
 
Traditionen sind sicher oft ein Mittel, um Sicherheit, Geborgenheit zu finden, sowie das Bewahren der Erinnerung an die, die vor uns waren, und das, was ihnen wichtig war. Es ist gewissermaßen eine Art Ahnenkult. Wenn es bei uns schon zu Lebzeiten meiner Ururgroßmütter und - Väter ein bestimmtes Gericht an Weihnachten gab und uns das heute immernoch schmeckt, dann ist das wunderbar. Ist es aber ein Gänsebraten und der überwiegende Teil der Familie ist Vegetarier, dann macht es wenig Sinn. Dies nur als symbolisches Beispiel.
Ich finde, Traditionen sind etwas, die immer wieder neu überprüft und hinterfragt werden sollten. Wir dürfen sie verändern, erneuern, erweitern. Denn die Zeiten verändern sich, wir verändern uns, unser Bewusstsein verändert sich - und deshalb auch unsere Gewohnheiten und Traditionen. Wenn nun Menschen aus anderen Kulturen mit uns Weihnachten feiern, haben wir die Chance, neue Traditionen kennenzulernen. In Hawai´i habe ich erfahren, dass ein Mix aus unterschiedlichsten Kulturen zu einer neuen Vielfalt von kulturellem Leben führt. Mag sein, dass sich alte Traditionen mischen, vielleicht wird sogar altes Wissen erstmal vergessen. Dennoch: Es kommt die Zeit, wo man das alte Wissen neu entdeckt und mit einem gewissen Abstand auch völlig neu sehen lernt.
Mir geht es gerade so mit alten Kirchenliedern oder Gebeten: Wenn Gott die Liebe ist, dann können wir in jedem Gebet, in jedem Lied das Wort Gott oder Herr mit Liebe ersetzen. In dem Moment geht eine ganz neue Welt auf.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein frohes Fest mit lebendigen Traditionen aus aller Welt, die unsere Herzen und Sinne erfreuen und glücklich machen.

rückblickend

Bild mit freundlicher Genehmigung von Lone Bech

Manche Dinge, die geschehen, werden einem erst rückblickend verständlich. Wenn ich auf das (fast) vergangene Jahr schaue, dann muss ich sagen, hat sehr viel ineinander gegriffen, als ob ein Plan dahinter gewesen wäre, dabei war ich anfang des Jahres ziemlich planlos gewesen. Ich hatte mir vorgenommen, alles so zu nehmen, wie es kommt. Begonnen hat es mit einem Frauenfrühstück. Die Referentin war ausgefallen und man fragte mich am Abend vorher, ob ich nicht einspringen könnte, das Thema sei Afrika. Da ich eigentlich auf Besuch war und keinerlei Dinge dabei hatte, die ich sonst so verwende, nicht mal eine Trommel ;-), musste ich auf mich selbst vertrauen. Es war ein spannender Vormittag, spannend auch für mich, weil ich mich meiner Intuiton hingab. So wurde nicht getrommelt - wie ursprünglich den Frauen versprochen worden war - dafür getönt und gesungen und ich erzählte von meinen persönlichen Erlebnissen in Namibia und was ich dort bei den Himba-Frauen beobachtet hatte, als ich mich mit ihnen versuchte zu verständigen.
Die mit Ocker eingeölten Himba-Frauen mit ihren Rastazöpfen und Kuhlederröcken scheinen erstmal so fremd und aus einer völlig anderen Welt. Und doch spürt man sehr bald, dass Menschen im Grunde überall nur eine Sprache sprechen - wenn sie aus dem Herzen kommt, offen und frei.
So verging der Frauenfrühstücksvormittag in Windeseile. Ich konnte den Funken so überspringen lassen, dass ich prompt zu einer anderen, größeren Veranstaltung im Herbst eingeladen wurde.
Als ich dazwischen mal für zwei Monate ausgebremst wurde, weil ich meinen rechten Arm überhaupt nicht mehr bewegen konnte, war ich ziemlich sauer. Ich konnte nicht mal Auto fahren und musste ständig um Hilfe bitten! Doch auch hier sehe ich rückblickend, wie wichtig das war. Zum einen, weil ich in dieser Zeit wirklich viel Ruhe brauchte, zum anderen, weil ich die Erfahrung machte, wie hilflos und klein man sich fühlt, wenn man auf Hilfe angewiesen ist.
Dass mein Arm nach 8 Wochen plötzlich wieder voll funktionsfähig war und bis heute geblieben ist, das scheint mir noch jetzt wie ein Wunder und ich bin wirklich dankbar dafür.
So war ich fit für Portugal, ein weiteres Highlight in diesem Jahr.
Immer wieder gab es auch kleine oder größere Dämpfer, Enttäuschungen, Ratlosigkeit und auch Befürchtungen. Doch habe ich das inzwischen als notwendige Prozesse erkannt, um herauszufinden, wo ich im Leben stehe und wofür es sich lohnt, den ureigenen Weg zu gehen.
Bei einem großen Kongress zum Thema Inklusion hielten Nils Jent und ich einen Vortrag "Im Miteinander stark. Der Weg zur Inklusion". Die Botschaft des Miteinander ist nicht so honigsüß wie wir uns das (vor allem zur Weihnachtszeit) vorstellen. Zusammen sein, in Gemeinschaft - das alles ist noch kein Miteinander. Das Miteinander fordert uns heraus, ehrlich mit uns und anderen zu sein, in Selbstverantwortung zu handeln und die Einzigartigkeit eines jeden Menschen zu respektieren. Nur dann kann jeder Teil eines großen Ganzen sein.
Gerade an Weihnachten sind die Erwartungen an andere sehr groß. Viel mehr als die materiellen Wünsche, sollen die emotionalen Wünsche erfüllt werden. Hier ist Enttäuschung vorprogrammiert. Das Jahr hat mich gelehrt, die verschiedenen Zeitqualitäten zu nehmen, wie sie sind und auf den Sinn zu vertrauen, der sich, wenn ich es mit Ruhe angehe, immer erschließt. Nicht zu erwarten, dass andere für mich da sein müssen, macht mich frei. Und in dieser Freiheit kann ich dann mit Leichtigkeit auf jemanden zugehen.

Map My Day - Du kannst Behinderungen abschaffen!

 
 
Heute ist der internationale Tag der Menschen mit Behinderung. Wir diskutierten am Frühstückstisch darüber, ob  man Menschen mit Behinderung sagt oder behinderte Menschen oder Menschen mit Handicap oder Menschen mit Beeinträchtigung.
Ich persönlich finde, man kann ruhig von behinderten Menschen sprechen. Denn Tatsache ist doch, dass sehr viele Menschen, die nicht der Norm entsprechen, in unserer Gesellschaft behindert werden. Auch ich zähle mich ab und zu zu den behinderten Menschen, weil ich mich immer dann, wenn ich mit meinem rollstuhlfahrenden Freund unterwegs bin, mit vielen Hindernissen konfrontiert sehe. Behinderung ist deshalb ein Wort, das nichts beschönigt, nichts klein redet, sondern beim Namen nennt: Ein Hindernis, und meistens kommt es von außen. Heute ist auch ein Tag, an dem wir alle etwas tun können, um Behinderungen, die von außen kommen, abzuschaffen.
Raúl Krauthausen hat zusammen mit seinen Sozialhelden eine Wheelmap erstellt, das ist eine App, mit der man Orte kennzeichnen kann, die barrierefrei sind. Aber was (hallo!) ist eigentlich barrierefrei? Viele meinen, das ist, wenn man etwas, das im Weg ist, wegschafft. Ja und nein. Manchmal muss man auch was zusätzliches anbringen. Das sind Rampen für Rollstuhlfahrer, Griffe bei Toiletten, mit einer Hand bedienbare Seifenspender oder Treppenlifte.
Oben auf dem Foto sehen wir ein schönes Beispiel, wo etwas weggeschafft werden muss. Interessant, wie die Sankt Galler ihre behindertengerechten Parkplätze nutzen! Die Wheelmap hat uns schon oft geholfen, wenn wir ein Restaurant suchten, das barrierefrei ist, oder eine Toilette für Rollstuhlfahrer. Raúl ruft dazu auf, heute ganz besonders darauf zu achten, ob die öffentlichen Plätze, an denen ihr heute vorbeikommt, barrierefrei sind.
Wer sich aktiv beteiligen möchte, kann die Wheelmap runterladen und die jeweiligen Orte kennzeichnen. Es ist ganz einfach und hilft, Hindernisse abzuschaffen! Aber auch wenn ihr keine Wheelmap habt: es lohnt sich immer, mit mehr Achtsamkeit durchs Leben zu gehen. Einmal nicht den Fahrstuhl benutzen, eine Tür aufhalten - das kann schon viel helfen.

Ludwig nimmt die Treppe - Ein klangvolles Erlebnis gegen Treppenmuffel


Wenn du die Wahl hast zwischen Fahrstuhl, Rolltreppe oder einer ganz normalen Treppe - was wählst du? Ich nehme immer den schnellsten Weg, und das ist nun mal die normale Treppe. Meistens zwei Stufen auf einmal, bin ich immernoch schneller als jeder Fahrstuhl und jede Rolltreppe. Selbst mit Rucksack und Taschen ist es mir noch lieber, als mich in einen engen Fahrstuhl zu quetschen, auf Tuchfühlung mit mir völlig fremden Menschen. Dass eine Rolltreppe soviel Strom braucht, wie eine Straßenbahn, hat mich fast vom Hocker gehauen. Nun läuft derzeit in Bonn ein Versuch, Menschen durch Klänge zu locken. Immer dann, wenn sie die Treppe nehmen, statt der Rolltreppe, erklingt bei jedem Schritt ein Ton.
 

 
Wenn ich mit meinem Freund, der sich im Rollstuhl fortbewegen muss, unterwegs bin, kommt es immer wieder vor, dass wir lange warten müssen, bis der Fahrstuhl frei wird - besetzt von Menschen, die problemlos eine Treppe nehmen könnten. Ob diese sich wohl auch durch solch ein Klangerlebnis  aus ihrer Bequemlichkeit reißen lassen würden?

Wir lassen´s krachen!


In diesen Tagen klingt die Werbung eines bekannten Discounters makaber: "Wir lassen´s krachen!" Gemeint sind natürlich die Silvesterkracher und ich bin sicher, die meisten denken "Jetzt erst recht, wir lassen uns nichts verbieten." Spaß haben, das Leben feiern... trotz und gerade deswegen...
Ich kann das nicht nachempfinden. Natürlich lebe ich ganz normal mein Leben weiter, lache, freue mich, denke über meinen Kurs am kommenden Wochenende nach, bei dem es um Achtsamkeit geht.
Doch tief in mir bin ich nachdenklich und auch traurig. Traurig, weil so viele Menschen, hier wie dort, nicht verstehen. Warum kann man nicht einfach mal auf das Feuerwerk an Silvester verzichten? Warum nicht mal still werden und nicht nur für eine Minute?
Das, was uns zur Zeit geschieht, sollte uns aufrütteln. Es ist eine Chance, zu einem Miteinander zu finden, einem echten. Ich glaube, dass die in unser Land geflüchteten Menschen uns mehr verstehen lassen können, wenn wir fähig sind, ihnen zuzuhören. Zuhören braucht Ruhe, Zeit, Stille.
Ich will´s nicht krachen lassen.

Der Lautlaubbläser - der Herbst könnte so schön sein!


Der Herbst könnte die schönste Jahreszeit sein! All die Farben, Früchte und  die Vielfalt. Man könnte es in vollen Zügen genießen, wenn ER da nicht wäre, der Lautlaubbläser! Auf der Heimfahrt von meinem Wochenendseminar lauschte ich kopfnickend einer Protestrede gegen selbigen, die ich euch nicht vorenthalten möchte, und die noch bis 30.10. hier nachzuhören ist.
Es soll im Übrigen überhaupt ein Verbrechen gegen die Natur sein, Laub wegzublasen, da die Tiere unter diesem gern überwintern. Und der Lärm vertreibt Vögel und andere Kleintiere, all das, weswegen wir es doch gerade lieben, auf dem Land zu wohnen.
Neue Nachbarn, neue Sitten. Ich versuche gelassen zu bleiben.

Sticken für den Frieden - Schmetterlinge verbinden


Afghanistan ist nicht das einzige Land, wo immernoch ein Krieg herrscht, der Verheerendes anrichtet. Nicht alle Menschen können zu uns flüchten. Umso wichtiger ist es, wenn etwas getan wird, das hilft. Pascale Goldenberg ist eine Frau, die sich schon seit Jahren mit einem Stickprojekt engagiert und den Frauen in Afghanistan eine Möglichkeit gibt, selbst Geld zu verdienen und dabei kreativ zu sein. Die farbenfrohen Motive der Stickquadrate sind Ausdruck von Sehnsüchten, Lebendigkeit und Hoffnung. Unermüdlich motiviert Pascale die Frauen und in all den Jahren, in denen ich das Projekt beobachte, staune ich, wie sich die Fertigkeiten, der zum Teil künstlerische Ausdruck, mehr und mehr entwickelt.
Regelmäßig finden Ausstellungen bei uns in Europa statt, von Pascale organisiert und oft mit spannenden  Vorträgen begleitet. Dort kann man die Quadrate kaufen. Ich selbst habe schon etliche, die auf Jacken, Pullover, Taschen genäht wunderschön aussehen und jedes Kleidungsstück zu einem Unikat machen. Seit 19. Oktober ist in Bad Saulgau eine Ausstellung mit dem Titel: Schmetterlinge verbinden. Öffnungszeiten 9-12 und 14 bis 17 Uhr, Hindenburgstrasse 10.


Anbei möchte ich euch noch den sehr informativen Newsletter von Pascale empfehlen, um alle Hintergrundinfos zu bekommen:
Online Quadrate kaufen: http://www.guldusi.com/shop.html