Laut oder leise, viel oder wenig - darauf kommt es nicht an!


In einem meiner letzten Kurse stellte man mir eine immer wiederkehrende Frage:
Ich bin Lehrerin und ein leiser, zurückhaltender Mensch und habe das Gefühl, dass man mir deshalb viel weniger zuhört, ich viel weniger wahrgenommen werde, als andere, die sich so gut in den Mittelpunkt stellen können. Ich habe Schwierigkeiten, die Aufmerksamkeit meiner Schüler zu bekommen und weiß nicht, was ich tun soll. Kannst du mir helfen?
Zunächst muss ich da antworten, dass man aus einem leisen Menschen keinen Lauten machen kann.
Und ein einziger Tageskurs wird auch nicht weiterhelfen. Viele meinen, ich komme mit Tricks, die das Problem schnell beheben, sozusagen wie mit Zauberhand wegwischen, ohne dass man sich selbst groß ändern müsste.
In den meisten Fällen ist es aber so, dass die Person, die das Problem hat, so laut sprechen könnte wie sie wollte, sie würde trotzdem nicht gehört. Es liegt nicht an einer Sprechtechnik, nicht an Äußerlichkeiten, sondern immer an der eigenen inneren Einstellung. Aus genau diesem Grund habe ich die Jahresgruppe entwickelt. Es geht dabei darum, die Eigenwahrnehmung zu intensivieren und mit festgefahrenen Mustern zu brechen. Wenn einmal programmiert wurde "Keiner hört mir zu", dann wird sich das immer wieder bestätigen, denn es ist ja der eigene Glaubenssatz. Ebenso ein Satz wie:
"Andere können sich und ihre Themen viel besser verkaufen, weil sie sich so gut selbstdarstellen können, und das, obwohl ihre Inhalte oft gar nicht so toll sind."
Die Wahrheit ist jedoch, dass sich seichte Themen eben eher an die Masse verkaufen lassen, als etwas, das vielschichtiger und tiefsinniger daherkommt. Belletristik wird mehr verkauft als Lyrik, Actionfilme und Komödien werden mehr geschaut, als Dokumentationen und Dramen.
Die Frage ist also viel mehr, für was hast du dich entschieden und inwieweit bist du bereit, die Konsequenzen  zu tragen, die deine Entscheidung von dir fordert? Wenn ich von mir und meinem Thema überzeugt bin, gehe ich innerlich davon aus, dass ich Zuhörer finden werde. Je vielschichtiger mein Thema ist, desto mehr muss ich damit rechnen, dass ich nicht die breite Masse als Publikum haben werde. Doch darauf sollte es mir dann nicht ankommen. Mir und meiner Vision treu bleiben, das ist der eigentliche Schlüssel. Doch dieser Weg ist nicht mit schnellen Tipps und Tricks zu bewältigen, denn er erfordert Persönlichkeitsentwicklung, Arbeit an sich selbst, eine gute Selbstreflektion und Ausdauer.
Eben nichts für die breite Masse.

1000 Tode schreiben

Heute nur ein kurzer Beitrag: Ich freue mich, dass ich am Projekt 1000 Tode schreiben mit einem eigenen Text mitwirken durfte. Die Sammlung verschiedenster Beiträge, Gedichte und Erzählungen über den Tod gibt es nur als ebook und wird laufend erweitert. Die ersten 400 Texte wurden auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt, bis zur Frankfurter Buchmesse sollen es dann 1000 sein.
Was hinter dem Projekt steckt und wo man das ebook kaufen kann, kann man hier erfahren.
Mein Text hat die Nummer 367.

Warum wir das Miteinander brauchen



Im Wort Kommunikation steckt Communio, was Gemeinschaft bedeutet. Wir brauchen Gemeinschaft. Der Mensch ist ein Wesen, das Gemeinschaft braucht, er möchte sich einbringen in diese Gemeinschaft. Selbst diejenigen unter uns, die sich gern zurückziehen, tun in ihrer Zurückgezogenheit trotzdem etwas, das letztlich mit dem Gedanken der Gemeinschaft zu tun hat: lesen, schreiben, träumen, beten...
Der Mensch möchte dazugehören, ein bedeutender Teil des Ganzen sein. Seine Bedeutung innerhalb der Gemeinschaft erkennen und zu verwirklichen, das ist wohl der Grund seines Daseins. Anerkennung, Wertschätzung und in letzter Konsequenz Liebe, sind die Schlüsselworte. Menschen tun alles, um das zu erhalten, dafür begehen sie sogar Morde. Wenn jemand keine Aufmerksamkeit bekommt, keine Wertschätzung, dann versucht er das oft mit Gewalt zu erzwingen.
 
Deshalb ist es wichtig, von Grund auf etwas zu ändern. Mein Konzept der Lebendigen Kommunikation setzt auf die sogenannten weiblichen Fähigkeiten, Gemeinschaft zu leben. Damit meine ich nicht, dass nur Frauen das können und Männer nicht, vielmehr ist es die patriarchale Erziehung, die uns diesen weiblichen Aspekt der Gemeinschaft vergessen ließ, der aber in den meisten von uns noch schlummert und auch gerade von Frauen gelebt wird, wenn auch in den meisten Fällen eher versteckt in Familie und Ehrenämtern. Ich möchte diese Fähigkeiten aus ihrem Versteck holen, möchte, dass wir lernen, sie selbstbewusst einzusetzen, ohne uns weiter von der patriarchalen Sicht einschüchtern zu lassen.
Kurz gesagt geht es um dieses: vom ICH zum WIR.
Da jeder sogenannte männliche und weibliche Anteile hat, betrifft es uns alle. Ein Beispiel, was ich mit der männlichen, patriarchalen Sicht meine: Immer wird dazu angehalten, man solle sein Ziel nicht aus den Augen verlieren. Was dabei geschieht ist doch ziemlich offensichtlich: Man vergisst nach rechts und links, nach oben und unten zu schauen. Man erkennt die Blumen am Wegrand nicht. Man verliert kostbare Zusammenhänge und Verbindungen aus den Augen. Vielleicht ist man irgendwann an dem Ziel, das man sich mal vorgestellt hat, aber was dann? Manche Ziele sind, bis man sie erreicht hat, längst schal geworden, veraltet. Und über der ganzen Zielanstreberei habe ich womöglich meine Freunde verloren.
Natürlich stelle ich mir vor, was ich gern erreichen möchte. Aber mir wird immer mehr bewusst, dass der Weg dahin viel spannender ist. Das weibliche Prinzip folgt weniger einem konkreten Ziel das in weiter Ferne liegt, sondern fragt, was JETZT ist, was in diesem Augenblick notwendig ist, ohne dabei auf das entfernte Ziel zu schielen. Ganz wie eine Mutter versucht, alle Kinder zufrieden zu stellen oder zum wohl der Gemeinschaft beizutragen. Symbolisch, bzw bildlich gesprochen ist der weibliche Weg ein spiralförmiger, der immer wieder das Gesamte umkreist und viele Möglichkeiten einbezieht, während der männliche Weg dem Ziel auf dem kürzesten und schnellsten Weg entgegensteuert, ohne vielseitige andere Möglichkeiten in Betracht zu ziehen und in erster Linie sich selbst und seine eigenen Bedürfnisse im Auge hat. Wettbewerb, Konkurrenz, Siegen sind seine Themen.
Man könnte also auch sagen, dass der männliche Weg wesentlich mehr kontrollierend ist, während der weibliche vertraut auf das was sich bietet. Mir scheint das weibliche Prinzip auch ein Flexibleres zu sein und vor allem ein Wertschätzenderes, da hier viel weniger von richtig und falsch gesprochen werden kann.
Was aber geschieht, wenn wir viel weniger konkrete Ziele haben und nur dem Leitfaden des Momentes, bzw der Kurzzeit folgen? Ich meine, dass es uns damit gelingen könnte, mehr authentisch zu leben, weniger in Ansprüchen und Zielen gefangen zu sein, die meist fremdbestimmt sind. Unser Lebensweg wird dann durch Eigenverantwortung, Vertrauen und Hingabe gesteuert, das Ziel bleibt offen, doch wird es mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit das richtige sein. Ankommen, wo man hingehört und sich wohl fühlt.

Niemals umsonst!


Im Newsletter vom Künstlerrat las ich neulich dies:
Anfrage:
Wir sind ein kleines Restaurant und suchen Musiker, die gelegentlich bei uns musizieren um bekannt zu werden. Wir können zwar keine Gage zahlen, aber wenn die Sache gut funktioniert und die Musik bei unseren Gästen gut ankommt, könnten wir an den Wochenenden auch Tanzveranstaltungen machen. Sollten Sie also daran interessiert sein, Ihre Musik bekannt zu machen, melden Sie sich bitte bei uns.

Antwort:
Wir sind Musiker und wohnen in einem ziemlich großen Haus. Wir suchen ein Restaurant, das gelegentlich bei uns Catering macht um bekannt zu werden. Bezahlen können wir nichts, aber wenn die Sache gut funktioniert und das Essen schmeckt, dann könnten wir das regelmäßig machen. Es wäre bestimmt eine gute Reklame für Ihr Restaurant. Bitte, melden Sie sich bei uns.
 
Wenige Tage später wurde mir eine ähnliche Anfrage wie oben angetragen, nur dass es dabei um eine literarische Lesung ging. Die allgemeine Meinung, dass Künstler schon glücklich und zufrieden sind, wenn sie überhaupt auftreten dürfen, ist nicht auszumerzen. Dass wir von unserer Kunst leben, unsere Miete, unsere Krankenversicherung, unser Essen bezahlen müssen, wie jeder andere, das ist außerhalb jeder Vorstellungskraft. Kunst ist etwas, womit man sich gerne schmückt, sein Restaurant aufwertet, öffentliche Gebäude attraktiver gestaltet, damit mehr Kunden kommen sollen. Die Künstler werden wohlwollend belächelt und dürfen sich mit einer Spende zufrieden geben.
 
Sowas macht mich sauer. Ich arbeite ab und zu auch mal kostenlos, aber niemals umsonst. Dann ist es sehr individuell überlegt. Meine Arbeit ist kostbar und ich verschleudere sie nicht. Jahrelange Ausbildung und Berufspraxis will ich wertgeschätzt wissen. Wer mir diese Wertschätzung nicht entgegen bringen kann, hat mich nicht verdient.

Sturz ins Innere - Ingeborg Bachmann über den Terror




Was können wir selbst dazu beitragen, dass es weniger Gewalt und Terror gibt? Können wir überhaupt etwas tun? Sind wir wirklich hilflos und müssen zusehen? Wo fängt der Terror an?
Ingeborg Bachmann schreibt dazu:
(...) Ich habe schon vorher darüber nachgedacht, wo fängt der Faschismus an. Er fängt nicht an mit den ersten Bomben, die geworfen werden, er fängt nicht an mit dem Terror, über den man schreiben kann in jeder Zeitung. Er fängt an in der Beziehung zwi­schen Menschen. Er ist dort, wo wir ihn nicht ver­muten, wo ihn niemand sucht, aber ein Schrift­steller hat ihn dort zu suchen, wo er wirklich ist. Der Faschismus ist das erste in der Beziehung zwi­schen einem Mann und einer Frau. Und ich habe versucht zu sagen in diesem Kapitel: hier, in dieser Gesellschaft, ist immer Krieg, es gibt nicht Krieg und Frieden, es gibt nur den ewigen Krieg.
( aus: Ein Tag wird kommen - Gespräche in Rom, Ingeborg Bachmann, Jung und Jung Verlag)

Der Keim der Verbrechen liegt in dem Wunsch, den anderen zu beherrschen, sagt Bachmann.

Ein Buchladen zum Verlieben

www.mit-buechern-unterwegs.de

Viele fragen sich, ob das gedruckte Buch noch überleben wird, angesichts der digitalen Welt und der Vielzahl an ebooks.
Heute habe ich die Antwort bekommen. JA! Doch es kommt auf die Buchläden an. Wenn ein Buchladen begriffen hat, dass Literatur Kulturgut ist, dass wir beim Lesen und Blättern inspiriert und angeregt werden wollen, dass es ein sinnliches Erlebnis ist, einen Buchdeckel zu öffnen und dass Sprache mehr ist, als Information, dann, ja dann hat das gedruckte Buch Zukunft und das ebook wird nur eine Beigabe sein.
Ich fand heute eher zufällig einen solchen Buchladen in Ravensburg, glücklicherweise in bester Nachbarschaft zum Papeterieladen Vogelart in der Marktstrasse 43.
Nicht nur meine Lieblingsautorinnen Ingeborg Bachmann und Hilde Domin fielen mir gleich ins Auge, auch vieles, was ich noch nicht kannte und auch sonst nirgends ausliegt. Stöbern und Entdecken, Buchtitel, die in die Kategorie "unverbrauchte Worte" fallen könnten, wecken die Neugier. Ein Buchladen ist für mich im idealsten Fall ein Ort, wo ich auf neue Ideen gebracht werde, wo es etwas zu entdecken gibt. Selten war das in den letzten Jahren der Fall. Ein Buchladen als Stätte der Kultur! Wie schön, dass es das in Ravensburg gibt! Wer also in der Nähe wohnt, dem rate ich, dort mal vorbeizuschauen, es lohnt sich.
Buchladen Anna Rahm
Mit Büchern unterwegs - auf Wörtern reisen
Marktstrasse 43, Ravensburg

Lichtblicke - das inspirierende Kursprogramm der EEB Ortenau


Seit vielen Jahren bin ich mit Kursen im Programm der Evangelischen Erwachsenenbildung Ortenau vertreten - und das mit Freude und Begeisterung. Die Veranstaltungen die geboten werden, sind alle sehr inspirierend und vielfältig und mit Bedacht ausgewählt. Auch im neusten Veranstaltungsheft Lichtblicke werden wieder Themen angesprochen, die für unser Miteinander wichtig sind, wie zum Beispiel interkulturelles Zusammenleben.
In einem persönlichen Gespräch mit der neuen Leiterin Claudia Roloff, habe ich gespürt, dass mein Kursangebot dort auch weiterhin in den besten Händen ist. Die KursteilnehmerInnen, die zu mir über die EEB finden, sind immer interessierte, offene und experimentierfreudige Menschen.
Man wird kaum ein kirchliches Kursprogramm finden, das so gut ausgewählt und mit einem echten Anspruch an Bildung für Geist, Herz und Spiritualität daherkommt, wie das, der EEB Ortenau.
Deshalb lohnt es sich, mal hier reinzuschauen.

Besonders aufgefallen sind mir die Veranstaltung mit Carola de Vries Robles, am 27.03.
und die Filmabende mit Gespräch:
In einer besseren Welt, am 23.04.
"Vol Spécial" - Asylpolitik in der Schweiz, am 17.06.

Warum nichtbehinderte Schauspieler Menschen mit Behinderung darstellen dürfen und sollen

Mehrmals habe ich nun schon in verschiedenen Foren gelesen, dass man sich darüber beschwert, dass in Filmen, wo es u.a. auch um Menschen mit Behinderung geht, diese von Schauspielern dargestellt werden, die keine Behinderung haben. Das würde der Inklusion widersprechen.
Ich bin da ganz anderer Meinung. Ein Schauspieler hat diesen Beruf gewählt, weil er sich in andere Menschen hineinversetzen möchte. Ich finde es als Schauspielerin spannend, jemand ganz anderer zu sein, herauszufinden, wie derjenige sich wohl fühlt, was er denkt, wie er handelt. Es ist meine Neugier und meine Liebe zu den unterschiedlichen Menschen, mein Wunsch am Verstehenwollen.
Wenn ich also die Chance bekomme, einen behinderten Menschen darstellen zu dürfen, dann ist dies nicht nur eine große Herausforderung, es ist auch eine Ehre und ein Privileg, dass man mir diese Aufgabe zutraut.
Ein guter Schauspieler wird sich gewissenhaft vorbereiten. Gespräche mit Betroffenen finden statt, die sonst nie stattfinden würden!
Ein hervorragendes Beispiel ist der gerade angelaufene Film über das Leben von Stephen Hawking, "Die Entdeckung der Unendlichkeit". Die schauspielerische Leistung des Hauptdarstellers ist ungeheuer! Minutiös hat er sich auf diese Rolle vorbereitet, hat den Verlauf der Krankheit nachvollzogen und trifft damit den Zuschauer zutiefst.
Man muss  kein Mörder sein, um einen spielen zu können, man muss auch nicht behindert sein, um eine Behinderung darstellen zu können. Was man aber muss, ist, sich mit der Thematik auseinandersetzen und sie so nah wie möglich an sich heranlassen.
Schauspielerei ist für mich einer der besten Wege, Andersartigkeit verstehen zu können.
Die Meinung, nicht behinderte Schauspieler könnten behinderten Schauspielern die Rollen wegnehmen, halte ich für eher unwahrscheinlich. Oft ist es sogar so, dass wir, wenn wir selbst betroffen sind, viel weniger gut die Rolle darstellen können, eben weil wir keinen Abstand haben und das Persönliche zu sehr mit reinspielt. Im Schauspiel geht es aber nicht um DICH, es geht immer um das THEMA, um die Sache. So wird ein Schauspieler mit Behinderung auch nicht sein Leben lang genau auf diese Behinderung festgelegt werden wollen!
Es ist also unbedingt notwendig, das Gespräch zu suchen. Was anderes ist denn Inklusion, als das Miteinander, das aufeinander zu gehen können, das sich gegenseitige Verstehen?
Als ich einmal die Rolle einer Krankenschwester spielen musste, die einem Aids-Patienten Sterbehilfe leistet, habe ich zum ersten Mal im Leben Menschen mit HIV kennengelernt und konnte Vorurteile und unbegründete Ängste abbauen. Was für eine Chance!
Schade ist es allerdings, wenn ein Drehbuch flach und klischeehaft geschrieben ist. Hier hat dann der Autor versagt und eben nicht das Gespräch gesucht.  Dann hat auch der am besten vorbereitetste Schauspieler keine Chance mehr, außer, er lehnt ein solches Drehbuch ab.

Warum ist das Buch besser als der Film?


http://lebkom.blogspot.de/
Jeder kennt das: Wenn das Lieblingsbuch verfilmt wird, ist man meist enttäuscht. Warum?
Beim Lesen arbeitet unsere eigene Fantasie mit. Wir gehen in Resonanz mit der Handlung, mit den Personen, gestalten mit, erweitern das Geschehen mit unserem eigenen Erfahrungsschatz. So wird das Buch zu "unserem" Buch, individuell und einzigartig. Im Laufe unseres Lebens gewinnen wir an Erfahrung dazu. So kann es sein, dass dasselbe Buch, wenn wir es nach Jahren erneut lesen, völlig anders bei uns anklingt. Plötzlich können wir Erkenntnisse daraus gewinnen, die vorher nicht da waren. Lesen ist ein schöpferischer, sehr kreativer Akt, während das Filmegucken einfach konsumieren bedeutet, Zeitvertreib, Zerstreuung und Amüsement. Etwas Fertiges wird uns serviert, aufbereitet mit der Fantasie Anderer. Klar, es kann inspirieren, faszinieren und es ist nichts dagegen zu sagen, auch mal nur das zu wollen, aber du selbst bist nicht schöpferisch beteiligt.
Wenn also jemand zu mir sagt: Stell doch ein Video ein, um deine Arbeit zu dokumentieren, dann muss ich genauso antworten: Lebendige Kommunikation ist immer so individuell wie die Menschen, die sich daran schöpferisch beteiligen. Ich kann daraus keinen Film machen und möchte es auch nicht. Meine Worte hier im Blog und auf meiner Webseite, sowie die dazu eingestellten Bilder geben genug Einblick. Was es wirklich ist und wie ich dabei wirke und Impulse gebe, das wird jede/r individuell erfahren und umsetzen, wenn er/sie dabei ist. Jede/r Teilnehmer/in wird schöpferisch und kreativ seine eigenen Erfahrungen hinzufügen und dadurch alle Mitbeteiligten bereichern. Am Ende gibt es soviel verschiedene "Filme" wie Teilnehmer.
Statt einem YouTube Video biete ich für alle Interssierte ein kostenloses persönliches Vorgespräch an.
 

Wo Schmutz nichts extra kostet



Ich lebe gern hier bei den Schwaben. Wo sonst ist der Himmel schöner?
Und ab heute bin ich noch beruhigter: Man wird niemals über den Tisch gezogen, Schwaben sind ehrliche, rechtschaffene Menschen.
Schon vor Weihnachten haben Lone und ich alle Gästedeckbetten samt Kopfkissen in die Reinigung gebracht und waren sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Deshalb kamen wir heute mit Sofa- und Kissenbezügen aus feinster isländischer Wolle. Lone wollte den Preis wissen, da doch sicher die großen Kissenbezüge teurer wären, als die kleinen.
"Nein, nein, das wird alles nach Gewicht berechnet".
"Ah, sehr gut. Ich möchte dann gleich im Voraus zahlen."
"Das geht leider nicht, da wir alles nach der Reinigung wiegen. Der Schmutz soll ja nicht mitgewogen werden." Das Gesicht des Mannes blieb ernst.
Ich lachte, über soviel trockenen Humor, und wollte gerade noch vorschlagen, dass es doch dann sinnvoller und logischer wäre, die Sachen vorher und nachher zu wiegen und die Differenz des Gewichtes zu zahlen, also nur für den entfernten Schmutz. Aber Lones Blick sagte mir, hier war alles ganz ernst gemeint. Und man zahlt nicht für Schmutz, sondern für Sauberkeit.
 
Meine Erfahrungen zu den kulturellen und mentalen Unterschieden zwischen Schwaben und Badenern habe ich ja hier schon vor einigen Jahren hörbar gemacht. Klick

Das Leben kann auch amüsant, lustig und kurios sein! Wie schön!

Ich bin... immernoch ich

Ein merkwürdiges, unangenehmes Gefühl macht sich in mir breit, wenn vorschnell gewisse Slogans einfach übernommen werden. Nicht mal der Bundespräsident macht davor Halt. Es ist ja auch so einfach.
Meine Betroffenheit über die Vorgänge in Paris war nicht in einen Satz zu quetschen. Zu komplex sind meine Gedanken und Gefühle dazu.
Ich bin Petra.
Ich wünsche mir eine Welt, wo die verschiedenen Meinungen und Ansichten frei geäußert werden können, und wertschätzend und respektvoll damit umgegangen wird. Die Würde des Menschen will ich geachtet wissen. Gewalt gibt es in vielen verschiedenen Formen und Auswüchsen. Es gibt sie in brutalen Taten genauso wie in Worten und Bildern. Das ist es, was ich mir immer wieder versuche bewusst zu machen und mich jeden Tag neu frage:
Wo gehöre ich hin? Ich, Petra.